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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER HL. ROMUALD UND SEIN ORDEN

seinen Mönchen wie in allen anderen Stücken, so in Sachen derGelehrsamkeit als Muster voranleuchtende Abt Guarin jenenGerbert von Aurillac unterwies, welcher später als Sil-vester II. den Stuhl Petri bestieg 15 . Eine verwirrende Masseneuer Eindrücke und Anregungen stürmte somit auf die Fremd-linge bei ihrer Ankunft in Cusan ein. Romuald hatte nunmehr Ge-legenheit, sich nicht nur im Lesen weiter auszubilden, sondernauch schreiben zu lernen und sich die nötigsten theologischenKenntnisse zu erwerben, auf Grund deren er die Priesterweiheempfangen konnte 16 . Indem er sich dem Rate des hl. Benediktgemäß 17 in die Schriften der alten Mönchsväter, besonders in dieBücher Johannes Cassians vertiefte, verstärkte sich in ihmdie schon aus der Erfahrung gewonnene Überzeugung vom Vor-range des einsiedlerischen Lebens vor dem klösterlichen zur uner-schütterlichen Gewißheit; die verehrungswürdigen Männer, vonwelchen jene Väter so Wunderbares berichteten, erschienen ihmals die leuchtenden Vorbilder, welche er niemals mehr aus denAugen verlor. Und wie mit den Schriften der Väter, so wurde erin S. Michael mit den kluniazensischen Reformidealen vertraut,welche Aufrichtung der entschwundenen Ordenszucht, Zurück-gabe des entfremdeten Klostergutes, Freiheit von fremder Bevor-mundung, ganz besonders aber unnachsichtigen Kampf gegenPfründeschacher und Priesterehe geboten 18 . Soviel aber Romualddem Abte Guarin und seinem Kloster auch an Förderung und Be-lehrung mannigfachster Art zu verdanken hatte 19 , zum Eintrittein S. Michael ließ er sich nicht herbei. Er hatte in St. Apollinaredas Ordensleben in so entarteter und verkommener Gestalt ge-sehen, daß er sehr wohl das lebhafteste Bedürfnis hätte empfindenkönnen, es nunmehr in seiner so viel gerühmten kluniazensischenAusprägung zu kosten. Er aber fand auch in S. Michael, wennhier auch glücklicherweise die groben Auswüchse und Mißbräuchevon Classe nicht noch nicht? wucherten, doch nicht allesfür Gold, was glänzte. Namentlich mußte er sich durch all denkluniazensischen Pomp und Reichtum mehr abgestoßen als ange-zogen und in jenem Heißhunger nach Armut, nach Entsagung,nach Weltflucht und Abtötung unbefriedigt fühlen, welcher denEinsiedler kennzeichnete. So nahmen denn zwar der Doge Orseolo,Gradenigo und Morosini das Ordenskleid aus der Harid des AbtesGuarin, Romuald aber setzte in einer nahe dem Kloster gelegenen