l
niedergelegten Stadtmauern der alte Zustand erhalten. Ausdem Walle wurde eine Baumallee, deren Mitte den Reiternund dem eleganten Wagenverkehr vorbehalten und dem<entsprechend ein Sandweg blieb. Der vornehme Charakter,den die Stadt im Inneren hatte, wurde auch seinem äußerenRahmen gegeben.
Das Äußere des Schlosses war fertiggestellt. Der Tat«sache entsprechend, daß weitaus der größte Teil der Kostenvon den Landständen getragen worden war, stand auch dieWidmungsinschrift der ..Orciine» I^onaLterienzeZ" an denLandesherrn weithin sichtbar am Mittelpavillon, als seingroßer Baumeister 1773 starb.
Dem Obersten der Artillerie Schlaun folgte in seinenZivilämtern ein Geistlicher, der Kanoniker Wilhelm Ferdi<nand Lipper. Er vertrat bei dem ihm zufallenden Innen»ausbau des Schlosses einen anderen Geschmack als Schlaun,den zum Klassizismus hinneigenden Stil der Tage von LouisSeize. Erst nach dem Weltkrieg sah ich die noch von Schlaunausgestalteten Räume. Es war einer der großen Heerführerdes Weltkrieges, Generaloberst von Einem, der die Gütehatte, mich persönlich durch die von ihm bewohnten Gemächerzu führen, die vorher nur Kaisern und Königen gedienthatten. Der Zauber der Räume und die Geschichte ihrerBenutzung war außer Fragen des Weltkrieges Gegenstandunserer angeregten Unterhaltung. In dieser konnte ich aucheiner frühen Erinnerung gedenken, der Huldigung der Pro«vinz an König Wilhelm I., die sich vor dem Schlosse ab»spielte und der ich auf den Armen meines Vaters zuschaute.
Der Zweck, als Residenzschloß des Fürstbischofs zu dienen,wurde nur selten erreicht. Der Nachfolger der KönigseggS,Max Franz, der Sohn Maria Theresias, bewohnte in Bonnnicht das prächtige Schloß, sondern ein einfacheres Gebäude.
102