Druckschrift 
Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

glieder. Die beiden Kommenden der Ritterorden St. Georgund St. Johann nahmen ebenfalls keine Rücksicht auf dieHeimat ihrer Ritter. Bei diesen Orden wird es zuerst Leutegegeben haben, denen das Plattdeutsche wie eine Fremdspracheklang. Der niedere Weltklerus ergänzte sich vorwiegend ausden kleineren Ständen und vom platten Lande. Der Reli»giosen, die in Münster lebten und wirkten, waren schon uml 200 nicht wenige. Ihre Zahl wuchs vor allem auch durchdie wie überall zahlreichen Stiftungen von Altar- und Meß»Pfründen.

Ins Marktviertel hat sich kein Kloster vorgeschoben.Nahe heran drängten wie auch anderswo die Bettelorden,zunächst die Franziskaner, später gewannen auch die Domini-kaner in der Salzstraße Platz für Kirche und Kloster. DerJesuitenorden fand durch des Bischofs und des DomkapitelsGnade in und an der Domimmunität weiten Raum.

Als die Säkularisation kam, fiel dem Staat ein sehrgroßer Besitz an Gebäuden und Gelände zu. Preußen fandfür seine Zivilbehörden und eine starke Garnison reichlichenWohnraum.

M>

V. Wirtschaftlicher Charakter der StadtDie übrigen Stadtteile

Der wirtschaftliche Charakter der mittelalterlichen Städteschwankte zwischen zwei Gegensätzen. Für den einen Polfanden die plastisch denkenden Schwaben das Wort: „Durchunsere Tore geht kein Pflug". Der andere Pol war einStädtlein, in dem vor jedem Hause ein Misthaufen liegt undin dem jedes Haus sein Scheunentor hat, durch das der Ernte-wagen bequem einfahren kann. Wie die schönen Untersuchun-gen Lappes erwiesen haben, ist gerade Westfalen reich an„Ackerstädten", die durch Zusammenziehen von Bauern«

75