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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Hauerkunst! Schlaun gab auch diesem Bauwerk schwingendeBewegung hier im Mittelrisalit. Er rundete die Ecken derFlügel durch Formziegel ab, diesem wie seinen anderen Bau«werken gab er wieder die Farbenwirkung von Backstein,Naturstein und dem hier zum ersten Male in Münster auf-tauchenden Schiefer. Bei allem Reichtum der Gliederungund Dekoration, bei aller Freude an feinsten Einzelheitenbleibt die Einheitlichkeit des Baues gewahrt. Der Fremdebegnügt sich nicht mit einem Blicke auf das Gesamtwerk, auchdie einzelnen Plastiken fesseln ihn, geben ihm Rätsel auf undwecken nicht nur die höchste Achtung vor dem Baumeister,sondern sie zollen auch dem Bildhauer Josef Pfeil Bewunde»rung, obwohl die heutigen Plastiken nur Nachbildungen dervom Wetter zerfressenen Schöpfungen sind. Erst langsamist es gelungen, den Gedankeninhalt aller Dekorationen fest»zustellen. Das Rokoko neigte zum Überschwang. Schlaunzügelte sich und sicherte sich damit einen Ehrenplatz in denReihen deutscher Baumeister. Ihm höchste Anerkennungund Dank zu spenden ist ein Gefühl, zu dem man beim Be«suche des Hindenburgplatzes oder des Schloßgartens ge»drängt wird. Aus den harten Linien der Zitadelle haben imSchloßgarten Kunst, Geschmack und Natur ein weiches,poetisches, abweckslungsreiches Gebilde geschaffen. Ich kennein Deutschland keine alte Zitadelle, die eine solch glücklicheWandlung erlebt hätte.

Dasselbe war den Wällen des übrigen Festungsringesbeschieden. Auch an diesem Wert der Umgestaltung in einenRing von Promenaden ist Schlaun der Hauptbeteiligte,wenn auch der Gedanke selbst von Fürstenberg herrührt. Oftwurde bei einer solchen Entfestigung mit den Erdmassen derWälle die Gräben eingeebnet und Straßen für Frachtver»kehr geschaffen. Hier blieb mit Ausnahme der Tore und der

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