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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Doch auch in protestantischen Gebieten haben städtischeFamilien keine lange Lebensdauer. Das Bauernhaus mußteund muß auch heute die Lücken mit naturhaften Kräften auf«füllen.

Bei der Gründung des Liebfrauenklosters Überwasser darfman wohl einen Augenblick verweilen; denn der Tag der Ein-weihung ist wohl die größte Feier gewesen, die Münster inder Zeit der mittelalterlichen Kaiserherrlichkeit erlebte.Bischof Hermann I. hatte auf dem linken Ufer der Aa gegen«über dem rechtsufrigen Dome eine Kirche und ein Frauen-kloster erbaut. Die erste Äbtissin war seine Schwester, auchdie beiden folgenden waren mit ihm verwandt. KaiserHeinrich III., der klosterfreundlichste aller deutschen Konige,kam von Herford, dem hochadligen Frauenstift zum Weih-nachtsfeste 1040 nach Münster. Am 29. Dezember fand dieEinweihung der Liebfrauenkirche und die Weihe von vierAltären statt. In diese Handlungen teilten sich die Erz-bischöfe von Köln, Mainz, Magdeburg und Bremen, dieBischöfe von Lüttich, Osnabrück, Minden, Hildesheim, Bam«berg, Naumburg und Schleswig — dazu Münster. EineVereinigung von einem Dutzend von Reichsbischöfen war einseltenes Ereignis'. Der fromme Kaiser machte in einer be-sonders feierlichen Urkunde dem Kloster eine Stiftung °. Ananderer Stelle habe ich all die Seelgeratstiftungen Hein-richs III. zusammengestellt *. Er gedachte hier des verstorbenenVaters Kaiser Konrad und der kurz zuvor gestorbenen Ge-mahlin Gunhilde von Dänemark, auch seiner Mutter derKaiserin Gisela. So erhielt Münster ein vornehmes Frauen-kloster. Hochadlige Frauenstifter gab es auch an den Bischofs-sitzen in Köln, Straßburg und Regensburg. Diesen weitälteren Stiftungen reihte sich nun Uberwasser an. Das Stift

' Eine Aufzeichnung au« Uberwasser K5. 6. 83. 15. 439.

' v. N. III «8.

Hist. Jahrbuch 54. 167-70.

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