Sollte der Begründer des Bogenmarktes, Bischof Fried«rich von Are, diese Anlage als offenen, umgeschützten Platzbelassen haben? Er wie der frühere Dompropst von MünsterReinald von Dassel hatten in Lodi vor dem sich energisch weh-renden Mailand die Defensivkraft italienischer Städte kennenund fürchten gelernt. Sie kehrten als Sieger heim, solltensie nicht danach getrachtet haben, ihren Bischofssitzen eineähnlich starte Position zu geben? Der von Reinald beab-sichtigte Bau einer Rheinbrücke hätte, wäre er durchgeführtworden, Köln den Paß über den Rhein schon damals völliggesichert. Der Nachfolger Reinalds, der gewaltige, kriegs-erfahrene Philipp von Heinsberg ( 11 67 — l 1 9 1 ), hat an demriesigen Befestigungswerke Anteil, das den Stadtbezirk vonKöln wesentlich erweiterte, ihn mit einem Mauerring um-schloß, von dem die bei der Erweiterung von 1882 erhaltenenTore uns noch mit Bewunderung erfüllen. Es kämpftenum diesen Bau, wenn ich die Quellen richtig deute, der Erz«bischof, Kaiser Friedrich, sein Sohn und die hoch gestiegeneStadt, der die heutige Auffassung den größten Anteil andem Werke zuschreibt. Der Erzbischof hat im westfälischenAnteile Soest befestigt und im weitesten Umkreise um Kölndurch ein Burgensystem, das bis an die Saale und bis nachFlandern reichte, seine Macht zu sichern versucht. Es brachallerdings bald zusammen. Noch Tibus und mein alter, hoch-verehrter Geschichtslehrer Hechelmann sahen in Bischof Her-mann II. (l 174-1203) den Urheber der Stadtbefesti-gungen. Doch diese Meinung ist nicht aufrecht zu erhalten.Gottfried Schulte setzt die Ummauerung vor 1 1 69', RudolfSchulze um etwa II 50', Geisberg „früher als I I 97",
' Gottfried Schul < e, Die VerfassungSgeschichte Münster« i. Mittel,aller 1858, S. 3 1.
' Schulze, Das adlige Damenstift u. d. Pfarre Liebfrauen zuMünster 1926, S. 4. « Gei« berg, Bd. I, 107.
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