Druckschrift 
Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

«KsniM!,

solche Anlage, selbst wenn sie gleich den Landwehren (die aufdem platten Lande üblich waren) durch Verflechten von Astengestützt wurden, sehr viel mehr Streitkräfte als eine Stadt«mauer.

Die Altstadt Münster ruht auf Absplissen von vieralten Großhöfen. Ihre Grenzen sind an denen der Kirchspieleaußerhalb und innerhalb zu erkennen. Den größten Anteilam städtischen Boden hatte der Brockhof. Auf der Brockhof'wiese vor Ludgeritor habe ich noch die Wäsche im Windeflattern sehen. Zu ihm gehörte einst die Domimmunität,ferner das Kirchspiel Lamberti. Von diesem wurden dieKirchspiele Ludgeri und Ägidii abgezweigt, später auch daskleine Kirchspiel Servatii. Die abgezweigten Bezirke gingennicht über die neue Stadtgrenze hinaus, während die draußenliegenden Bauernschaften bei Lamberti verblieben. Von demKampevordesbekehof, der zu St. Mauritz seine Pfarrkirchehatte, wurde der innerstädtische Bezirk der neubegründetenMartinikirche zugewiesen. Die beiden jenseits der Aa liegen»den Höfe, der Iüdefelderhof und der BiSpinghof, gehörtenzur Liebfrauenkirche (Überwasser). Hier rief die Stadtmauerkeine Absplitterung hervor. Noch in meiner Jugend bestan-den die sonntäglichen Kirchenbesucher in Lamberti und Über-wasser — auch im Dom — zu einem erheblichen Teil ausVorstädtern und Bauern. Außer Lamberti und Servatiiwurden sämtliche Pfarrkirchen mit Stiftskapiteln verbunden.

Wenn man annimmt, daß diese Übertragung von Pfarr-rechten an die neubegründeten Kapitel, deren Dechant dieAufgabe des Pfarramtes erhielt, sofort erfolgte, so entscheidendie Jahre der Gründung der Kapitel. Ludgeri erscheintzwischen 1 169 und 1185, Martini um 1 187. Das Frauen-kloster Agidii, dessen Propst die Pfarrechte ausübte, bestand1 181. Wenn uns das auch nicht unmittelbar in die Zeit des

43