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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Bispinghof, den Sitz der militärischen Deckung des Bischofs.Das von Max Geisberg überzeugend nachgewiesene Wege-netz ältester Zeit verlor den Kreuzungspunkt vor demSalvatorgiebel des Domes. Der Wagenverkehr, der dieFurt benutzt hatte, wurde für immer auf die Flankenbrückenabgeleitet. Die Immunität wurde stiller, das Geschäftslebenmit Ausnahme der Großmärkte — der Sende — gänzlichaus ihr entfernt. Der Halbbogen zwischen den beiden Brückenfing die sämtlichen Landstraßen auf. Es war eine idealeLösung des in allen Bischofsstädten sich ergebenden Pro»blems: der Domkirche ihren Platz, ihre Ruhe inmitten derStadt zu belassen, die Käufer vom Lande aber alle zusammenauf den Halbkreis der Märkte zu führen. Zwei Weltentrennte der Immunitätsgraben, die ruhige Stadt der Geist«lichkeit und die belebte Stadt der Kaufleute und Handwerker.Die Seele der Immunität war in ihrem Eigenleben gesichert,dem Laientum war außerhalb eine Entwicklung zum Aufstiegermöglicht.

Besonders begünstigt war die Lage des mittleren Teiles,das dem Halbbogen des Immunitätsgrabens vorgelegtenStraßenzuges. Er wurde der Sitz der Wochenmärkte und derMittelpunkt des täglichen Marktes. Äußerlich macht er sichdurch die Laubengänge kenntlich. Wo solche fehlen, gibt eSerklärliche Lücken. Sein südlicher zur Rothenburg gewen-deter Teil ich kürzer. Der nördliche erreicht den Horstebergund damit ein zweites Tor der Immunität. Da greifen diebeiden Interessenkreise ineinander über. In der Margareten-kapelle stand ein Altar des heiligen Olaf, des im fernenNorwegen verehrten Patrons deutscher Kaufleute. Auf demSpiekerhofe war einst dort, wo heute der „Kiepenkerl" sicherhebt, der Speicher des Domkapitels. Die Bäckerei desDomkapitels, die in meiner Jugend einem Verwandten,Palz, gehörte, schloß sich an.

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