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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Sind die Laubengänge langsam entstanden? Gehen sieauf des einzelnen Hausbesitzers Entscheidung zurück oder sindsie von einem einheitlichen Willensakte geschaffen worden?Und wenn das, wessen Wille entschied? Es liegen mehrereMöglichkeiten vor: war es ein Unternehmerkonsortium, derStadtherr also der Bischof oder endlich der bischöfliche Vogt,der Graf von Tecklenburg? Es sind zwei Fragestellungen zuentscheiden, die technische und die rechtliche. Meines Er«achtens sind Mittel und Wege gegeben, das mit hoher Wahr«scheinlichkeit zu tun. Ja wesentliche Erkenntnisse sind zuerreichen, die Münsters Entwicklung auch nach anderenSeiten hin klären können.

Ich gehe vom Technischen aus, von dem, was allenBogenhäusern gemeinsam ist, wobei es vor allem auf die-jenigen ankommt, die längs der Immunitätsmauer liegen.Sämtliche Häuser haben die Schmalseite zur Straße. Dienirgends sehr große Tiefe des Grundstückes bis zum einstigenGrabenrand ist annähernd gleich groß. Ebensowenig be«stehen starke Unterschiede in der Frontbreite. Doch gibt eseine Ausnahme! In der Bogenstraße findet sich eines, dasnur einen einzigen Bogen enthält. Dieser Stiefbruder istals einstiger Zugang zur Immunität von der Neubrücken«straße her erkannt. Alle Fassaden sind von unten bis zurGiebelspitze in Sandstein ausgeführt. Es liegt kein An«zeichen dafür vor, daß vor der neuesten Zeit je Ziegelmauer«werk oder Fachwerk in dem Hauptteile der Front verwendetwurde. Die Häuser — und das ist das Entscheidende —haben gemeinsame Brandmauern; diese tragen die Regen«wasser, die von den mit Pfannen gedeckten Dächern Herab-kommen, in gemeinsamer Rinne zur Vorderfront, wo sieheute durch Röhren zur Erde geleitet werden. Es gibtalso zwischen den Häusern keine schmalen Zwischengänge