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Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
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Ich glaube ehrlich, daß sie den festen Willen haben, ihrer vor80 Jahren gegebenen Unterschrift Ehre zu erweisen, wenn wirunsererseits alle unsere internationalen Pflichten erfüllen.

Hat man sie nicht 1870 uns ins Gedächtnis zurückgerufen. Habendie Kriegführenden nicht die Achtung unserer Grenzen von der Wirk-samkeit des Widerstandes, den wir dem einbrechenden entgegenstellenkönnten, abhängig gemacht?

Ich habe an anderer Stelle daran erinnert, daß im Augenblickeder Erklärung des deutsch-französischen Krieges, die GesandtenBelgiens in Paris und Berlin nach den Mitteln gefragt wurden, überdie wir verfügten, unsere Neutralität zu schützen. Unsere Antwortwar kategorisch und fest und die sofort von der belgischen Regierungergriffenen Maßregeln führten zur Entwaffnung der Truppen, die zu-fällig unsere Grenze überschritten.

Diese geschichtlichen Tatsachen enthalten eine friedliche Lehre,über die wir nicht genug Betrachtungen anstellen können.

Heute, wie 1870, habe ich die Überzeugung, daß, wenn ein ähn-licher Konflikt zwischen unseren Nachbarn entstände, unser Gebietnicht geachtet werden würde, es sei denn, daß wir imstande wären, eszu schützen und wirksam unsere internationalen Pflichten zu erfüllen.

Ich habe diese tiefe Überzeugung von meinem Amte der aus-wärtigen Angelegenheiten mitgenommen. Ich bedaure, Ihnen nicht alleihre Grundlagen liefern zu können, da sie naturgemäß vertraulich sind.

Der Widerstand, den die Maßregeln der Militärorganisationfinden, beruht, wie ich sagte, in der Gleichgültigkeit der Allgemein-heit Belgiens gegenüber den internationalen Fragen.

Sehr wenige verfolgen sie bei uns mit Interesse und so entgehensehr oft die Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, dem Blicke deröffentlichen Meinung.

Daher eine Ruhseligkeit, eine falsche Sicherheit.

Ich würde Ihre Geduld mißbrauchen, wenn ich an alle die Um-stände, die -uns während 80 Jahre beinahe in internationale Konfliktegebracht hätten, erinnern wollte. Würden wir nicht erlegen sein, wenndie Regierung des zweiten Kaiserreiches mit mehr Umsicht und Ent-schlossenheit von den Suggestionen, durch welche sich 1866 Österreich

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