III. Wie wurde die Neutralität gesichert?
Unabhängigkeit, Neutralität — und doch ist das jungeReich noch lange nicht lebensfähig. Belgien selbst hatte jeneGrundlagen der Trennung abgelehnt und Frankreich das Proto-koll nicht anerkannt. Doch dieses Zögern soll hier nicht weiterbehandelt werden *)• In den nächsten Jahren hat Belgiens Losnoch vielfach geschwankt. Aus den höchst verwickelten Ver-handlungen des Nationalkongresses in Brüssel, der Gesandten-konferenz in London, der Regierung im Haag und der 'einzelnenKabinette sollen nur einzelne Momente noch beleuchtet werden.
Die Wahl eines Königs des neutralisierten Landes hat unterdem vorwiegenden Einflüsse von Frankreich und England ge-standen. Preußen und Rußland, denen Österreich folgte, woll-ten zunächst dem Prinzen von Oranien den Thron verschaffen,die Belgier waren aber dafür in keiner Weise zu gewinnen.Preußen hat seinem Vertreter von Bülow schon im November1830 den Auftrag gegeben, für den endlichen Sieger einzutreten,den Prinzen Leopold von Sachsen-Koburg, der schließlich inseiner dreifachen Eigenschaft die Zustimmung der Mächtefand: er war Englands Vertrauensmann, er versprach Frank-reichs Schwiegersohn zu werden und war ein deutscher pro-testantischer Prinz. Diese Kandidatur fand einen erheblichen
*) Frankreich nahm das Protokoll am 17. April an.
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