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Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
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I

lerischen, wissenschaftlichen und moralischen zu entwickeln. Es hatniemals gefehlt.

Ich hege das Vertrauen, daß es fortgesetzt wird. Aber wenneines Tages eine der großen Mächte uns gegenüber eine andereStellung einnehmen sollte, wenn sie, aus unserer Isolierung, die ge-zwungener Weise ohne Allianz ist, Nutzen ziehend versuchen sollte,in einer wichtigen Sache uns eine Lösung aufzulegen, die unsereRechte oder unsere Interessen mißachten würde, so wäre das derletzte Tag der belgischen Neutralität.

Und es wären dann nicht wir, die sie aufgekündigt hätten, son-dern der, der, seine Kraft mißbrauchend, uns der Vorteile der Neutra-lität beraubt hätte, um uns nur ihre Lasten zu lassen.

Wenn, was Gott verhüten möge, eine solche beklagenswerteLage einträte, so würden die schwersten Entschlüsse der belgischenRegierung auferlegt sein.

Sie müßte außerhalb der Verträge von 1839 Hilfe und die not-wendige Deckung suchen."

Der Redner zog schließlich aus seinen Ausführungen noch denSchluß, daß der ganze Neutralitätsvertrag für Belgien völlig wertlos ge-worden sei, und daß dieses Land ein Interesse daran habe, von den Fesselneines Vertrages befreit zu werden, der ihm tatsächlich keinerlei Schutzgewährt, aber seine Handlungsfreiheit beeinträchtigte. Bestände der Neu-tralitätsvertrag nicht, so könnte Belgien in einer regelrechten Allianz miteiner starken Großmacht die Bürgschaft finden, die ihm der Neutralitäts-vertrag nicht gewährt, jene Bürgschaft, die sich die Großmächte untereinanderdurch ihre Allianzen verschaffen. Herr de Favereau ist fest überzeugt,daß Belgien, falls es einmal gezwungen sein sollte, seine Armee zur Landes-verteidigung ins Feld zu schielten, die Gelegenheit nicht vorübergehenlassen werde, den veralteten und unwirksamen Neutralitätsvertrag von sichabzuschütteln und ohne Rücksicht auf diesen diejenige Allianz zu schließen,die seinen Interessen nützlich erschiene.

Aber, wird man mir sagen, was macht Ihr mit den Verträgen?Haben die Mächte sich nicht verpflichtet, unser Territorium zuachten? Denken Sie, daß sie die Absicht haben, es zu verletzen?

Ich habe Vertrauen in die Loyalität der Mächte.

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