Solche Gedanken hätten — von seinen eigenen Freunden ver-breitet — Beifall gefunden. Er tadele nicht ihren guten Glauben, erbedauere nur, daß sie die Pflichten, die die internationale Lage demLande auferlegt, nicht erfaßt hätten.
„Ihr Irrtum beruht auf drei Punkten: einer falschen Auffassungder belgischen Neutralität, einem unbeschränkten Vertrauen auf dieVerträge und einer großen Unwissenheit über die internationale LageEuropas."
Nach ihrer Meinung hat Belgien als Wiegengeschenk von denfünf Mächten die von ihnen verbürgte Neutralität erhalten, als einGeschenk ohne eine Last und ohne spezielle Verpflichtung.
„Das Königreich der Niederlande, die Schöpfung des WienerKongresses, hatte, als internationale Aufgabe ausgesprochen, alsBarriere gegen die Ausdehnungsgelüste Frankreichs zu dienen."
„Die Revolution von 1830 brachte diesem Gebäude erheblichenNachteil bei." Sie wurde in den nordischen Höfen mit Unzufrieden-heit aufgenommen, die liberalen Höfe sahen mit Bedauern eine Ursachevon Konflikten sich erheben.
Der Redner bezieht sich auf das Protokoll der Londoner Kon-ferenz vom 20. Dezember, daß Belgien seinerseits die Pflicht habe,die europäischen Pflichten der Niederlande zu übernehmen. „SaSeparation d'avec la Hollande ne saurait la liberer de cette part de sesdevoirs et de ses obligations." Derselbe Gedanke in anderen Proto-kollen, vor allem dem vom 19. Februar.
„Die Mächte suchten, indem sie gleichzeitig auf unsere Absichtennach Unabhängigkeit eingingen, dem Kriege zu entgehen, das durchdie Verträge von 1814 und 1815 hergestellte Gleichgewicht zu er-halten und aus dem neuen Königreiche ein ständiges und solidesElement des allgemeinen Friedens zu machen.
Die beiden ersten Ziele wurden dank der Mäßigung und Weisheitder Kabinette und der Geschicklichkeit der Diplomaten erreicht.Belgien war zu schwach, um für sich allein das dritte zu verwirk-lichen, um zu verhindern, daß sein Gebiet wieder werde, was es seitJahrhunderten war, das Schlachtfeld Europas.
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