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Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
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Baron de Favereau beginnt seine Rede mit dem Gedanken,scheinbar seien in der Kammer schon alle Gedanken ausgesprochen.Er würde seiner Neigung folgend gern schweigen, aber es sei einegebietende Pflicht für ihn, dem Lande seine internationalen Pflichtenins Gedächtnis zurückzurufen, die von einer nur zu großen Zahl seinerMitbürger verkannt würden, und seinen verehrten Kollegen die Fruchtseiner Betrachtungen und die Grundlagen seiner tiefen unerschütter-lichen Überzeugung vorzutragen, die er sich während seines Aufent-haltes im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gebildethabe.

Zu einer großen Verschwiegenheit durch den vertraulichenCharakter der Unterhaltungen und der diplomatischen Aktenstückeverpflichtet, bedauere ich, vor Ihren Augen nicht gewisse, besondersbeweisende Elemente ausbreiten zu können, die beigetragen haben,meine Meinung zu bilden. Gleichwohl hoffe ich, Sie für sie zu ge-winnen, und bitte Sie, meine Herren, sie mit Ihrem gewohnten Wohl-wollen und als den wahren Ausdruck der Überzeugung eines derUnabhängigkeit des Landes leidenschaftlich ergebenen Bürgers an-zuhören."

Die Militärfrage sei von den Parteien als politische Waffe benutztworden. So haben Kabinette verschiedener Richtung unübersteiglicheHindernisse gefunden für zwingend notwendige Projekte für dienationale Verteidigung.

Die Ursachen sind verschieden. Die einen sind gemein allenLändern.

Ein anderer Grund ist uns allein eigen.

Die öffentliche Meinung kennt nicht die wahre internationaleLage des Landes. Sie ist durch unsinnige Wahlpolemiken in Irrtumgeführt. Man hat ihr gesagt und so oft wiederholt, daß Belgien, sicherfreuend der Garantie der fünf Mächte, in voller Sicherheit lebenund sich entwickeln könne, daß unser ganzes Militär überflüssig undsozusagen ein reiner Luxus sei. Man hat ihr vorgestellt, daß alleRegierungen heimlichen Einflüssen nachgegeben hätten."

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