fahr wäre für jeden seiner Nachbarn, der eingelullt durch dieNeutralität sich vertrauensvoll gegenüber Belgien verhielte,eine Gefahr für die Ruhe und Sicherheit Europas.
Würde die belgische Regierung eine solche Auffassungvertreten haben, so hätte sie unmittelbar eine europäischeKrisis hervorgerufen. Europa müßte dann die Antwort geben:das an kritischer Stelle Europas gelegene Belgien verdientnicht den Vorzug eines Verbotes, daß andere es angreifen, weiles für sich das Recht eines unvermuteten Angriffs in Anspruchnimmt.
Die belgische Regierung hat freilich diesen Standpunkt nievertreten, aber der General Brialmont ist doch die militär-politische Kapazität Belgiens gewesen und Nys einer derersten Staatsrechtslehrer des Landes. Was solche Männersagen, verweht nicht, sondern keimt in den Herzen auf!
Nicht die Meinungen der gelehrten Herren Staatsrechts-lehrer, der Doktordissertationen sind es, die in der entscheiden-den Stunde der Staatsmann, der Parlamentarier, der Offizier be-fragt, ihn lenken vielmehr Auffassungen, die sich von autori-tären Männern der Praxis aus verbreitet haben. Darum istBrialmonts Meinung so bedeutend. Der heißblütige Wallonegehörte zu den ärgsten Franzosenfreunden unter den Belgiern.Im belgischen Heere dominierten durchaus Freunde des An-schlusses an Frankreich. Sie haben schließlich — so scheintes — auch im Ministerium der auswärtigen Angelegenheitengesiegt! Zum Unheil für Belgien!
Brialmont war der überragende Soldat seiner Heimat.Was Wunder, wenn die völkerrechtliche Lehre dieses Mannes,die aus der Neutralität Belgiens eine scharfe und gefährliche
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