Druckschrift 
Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

gewesen sein "). Er wendet die Gedanken des Zivilrechtes aufdas internationale an.

Für Nys versinkt das völkerrechtliche Moment vor demstaatsrechtlichen, Europa vor Belgien. Für ihn ist es keindoppelseitiger Vertrag, der Interessen von zwei Parteienschützt und Rechte, wohlverstanden Rechte, von zwei Par-teien sichert. Die Dauer eines solchen Vertrages kann nichtvon dem neutralisierten Staate abhängen und am aller-wenigsten kann sie von heute auf morgen beseitigt werden ls ).

Nys fand Beifall bei einem Manne, dessen amtliche undaußeramtliche Tätigkeit von weiten Kreisen der Welt be-wundert wurde, der Ratgeber vieler Regierungen war,den die belgische Akademie der Wissenschaften zu ihrem Prä-sidenten erkor, und der doch seinem Heimatlande vielleichtweit mehr geschadet hat als genützt: General Brialmont.

Brialmont schrieb am 18. Nov. 1900 an Nys:

Vous soutenez avec raison: ....

3. Que l'Etat neutre peut renoncer ä la neutralite perma-nente et que les Etats garants ne le peuvent que par unedecision prise en commun;

4. Que l'Etat neutre peut, en vertu de son droit de renoncerä la neutralite, declarer la guerre ä un Etat europeen, s'il faitcette guerre pour son propre compte et non pour un tiers.

Au sujet de 3 e , je ferai les remarques suivantes: Les puis-sances garantes ne nous permettraient pas, je pense, derenoncer ä la neutralite qu'elles nous ontimposee" en vertudu droit qu'elles se sont arroge de diriger le monde entier.

u ) Revue de droit internat. 2. serie t. 3. p. 19.1S ) R i c h t e r S. 228.

101