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Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
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Die belgische Bevölkerung hat 1830 die Verbindung mitHolland abgeschüttelt, sie ist durch die Neutralität gesichertworden. Das steigende Selbstgefühl der Belgier hat abermanche auf den Irrweg geführt, es sei ihnen nunmehr mög-lich, mit dem Königreich der Niederlande in ein neues Bündnis-verhältnis zu treten. Bis auf weite Strecken wird man solcheWünsche erklärlich finden, aber in ihnen traten deutlich anti-deutsche Tendenzen zutage. Der belgische Advokat Cresson-nieres arbeitete einem holländisch-belgischen Schutz- undTrutzbündnisse vor, das gegen Deutschland gerichtet ist. Esist doch eine starke Verirrung neutraler Politik, den neutralenStaat zum Angriffsflügel ausbilden und noch durch einen nicht-neutralen erweitern zu wollen 6 )!

Auf die Auffassung der Unkündbarkeit desNeutralitätsvertrages hat unzweifelhaft die Paral-lele der Schweiz eingewirkt. Wenn es aber das einmal zu-gegeben für die Schweiz rechtlich möglich wäre, die Neutra-lität eines Tages aufzukündigen, so würde das für Belgien nichtzutreffen 7 ); denn bei der Schweiz entwickelte sich die inter-national verbürgte Neutralität aus einem seit lange geübtenGrundsätze der Politik, Belgien aber wurde wie wir gesehenhaben die Neutralität aufgezwungen, und zwar in einer Stunde,da ein ohnmächtiger entstehender Staat unter den Schutz ge-

) Vgl. de Cressonnieres, La neutralite de Belgique et ledroit d'alliance. Revue de droit international 39 (1907) und gegen ihnSiegfried Richter, Die Neutralisation der Staaten. GreifswalderInaug.-Diss. 1913. S. 133.

7 ) H i 11 y, Die Neutralität der Schweiz in ihrer heutigen Auf-fassung (1S89) 69. Dem ist sofort R e 11 i c h im Archiv f. öffentl. Recht5, 117 entgegengetreten.

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