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seine Kraft gewachsen, sieht die europäische Lage verändertund mehr als einer glaubt, Belgien werde besser dastehen,wenn es Bundesgenossen hat als Garanten seiner Neutralität.Diese demoralisiere das Volk, sei der Bürger nicht würdig.Das Vertrauen auf den Wert der Neutralität im Kriegsfalle istgemindert und damit sinkt auch die Lust, sie ängstlich als dasPalladium des Staates hochzuhalten. Die Unzuverlässigkeitaller Staatsverträge, die den Bedürfnissen ihres Ursprungesnicht mehr entsprechen, war auch den Belgiern nicht ver-borgen. Die Gruppierung der Kräfte im europäischen Staaten-verbande war seit 1831 eine so wesentlich verschiedene ge-worden, daß dem 80 Jahre alten Verbürgungsakte die Kraftnicht mehr zugetraut wurde, daß er sich unbedingt durchsetzenwerde. Das sind alles begreifliche Erscheinungen! Wer ihnenfolgend die Neutralität als ein Nichts ansieht, darf aber auchnicht von den Garantiestaaten verlangen, daß sie das Nichtsals eine Realität ansehen und danach handeln.
Es gibt aber keinen Akt, durch den die belgische Neutrali-tät zweifellos aufgehoben ist und selir viele Belgier und sehrviele andere betrachten sie als noch zu Recht bestehend. Mitden Anschauungen dieser Belgier haben wir es zu tun.
Drei Punkte stehen da im Vordergrunde des Interesses.
Die Frage, ob die belgische Neutralität — wie es durchdie Verträge von 1870 bereits klar erwiesen sei — jeder Kraftberaubt sei, ist bereits früher als die Ansicht des belgischenGeneralstabschefs Du'carne erwiesen worden 3 )- Sie mußschon längst weiter in Belgien verbreitet gewesen sein. Des-camps, der sie bekämpft, hat lebhaft geklagt: „Wir meinen,
3 ) Oben S. 75.
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