Mit voller Schärfe hat man in dieser für Belgien gefähr-lichsten Stunde in Berlin an dem neutralen unabhängigenStaate festgehalten 24 ). Es hätte den Belgiern diese Tatsachewohl im Gedächtnisse haften sollen. Es war nicht unmöglich,daß der belgische Staat damals, ohne einen allgemeinen Kriegherbeizuführen, verschwand.
Die belgische Forschung ist auch heute noch geneigt, dasfranzösische Unternehmen als nicht ernst gemeint hinzustellenoder als eine Intrigue ausschließlich Talleyrands 25 ). AberSebastiani, eine der handelnden Figuren, war doch der ver-antwortliche Minister. Und hat nicht Nothomb, der diplo-matisch Fähigste aller der Begründer des jungen König-reiches, oft gesagt: que deux hommes seulement aeeep-taient en France, sans arriere-pensee, l'independance de Bel-gique: Louis Philippe et Guizot 26 ). Der preußische Gesandtehat die Politik in voller Treue und Ehrlichkeit geführt 27 ).Daran änderte es nichts, wenn er schließlich die „kleineGrenze" (Marienbourg und Philippeville) an Frankreich einzu-räumen für möglich gehalten hätte, wenn nur die Position inLuxemburg dem deutschen Bunde durch Preußen gewahrtwerde. Aber selbst davon hat Palmerston nichts vernommen,er vermutet es nur. Vermutung ist aber kein Beweis 28 ).
24 ) Lannoy 269: „La Prusse ne voulut donc pas positivementdu partage."
25 ) V. de Weyer, Patria belgica 2, 321.
20 ) Nothomb, Essai historique et politique sur la Revolutionbeige 4. ed. (1876) 1, 159.
27 )VandeWeyer, Patria belgica 2, 321. „La Prusse repoussaavec indignation ces ouvertures insidieuses."
S8 ) Palmerston schreibt: „thoug I see that Bulow has a migthylonging for the fortress of Luxembourg, with a small district round
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