Indem Frankreich nunmehr die Protokolle der Konferenzannahm (4. April), wurden die Belgier noch aufsässiger alsbisher. Man hätte ohne Bedenken sich in einen Krieg ge-stürzt. Jetzt kam der Gedanke einer Teilung Belgiens vonselbst wieder aufs Tapet; Diplomaten aller Großmächte habendas als kommend bezeichnet. Und ein Plan, der die via-mischen Provinzen an Holland, die wallonischen an Frankreichgab und Deutschland bis an die Maas vorrücken ließ, müßteden Anhängern des starren Nationalitätsprinzipes wohl als einegeeignete Lösung erscheinen, England scheint die Zitadelle vonAntwerpen angeboten worden zu sein. Der englischen Politikentsprach aber besser dies neutrale Belgien, das war eine fürEngland wirksamere Deckung als eine isolierte Zitadelle oderFestung im innersten Winkel einer Flußmündung. TalleyrandsVersuchungen setzte England klaren Widerstand entgegen.
Ein Wechsel des belgischen Ministeriums, in dem Lebeaudie Führung hatte, brachte die Königswahl wieder in denVordergrund und dieses Mal wunde der Kandidat Europas,Leopold von Sachsen-Koburg (4. Juni), erkoren, freilich untereinem Vorbehalte, der gegen das Werk der Konferenz ge-richtet war, die ihre Vertreter von Brüssel abberief. In dieserKrisis trat die Gefahr eines allgemeinen Krieges hinter dereines Kampfes zwischen Holland und Belgien zurück. Dochwer konnte den Brand einschränken? Alle Großmächte warenfür den Frieden stärker interessiert als je. Von selbst sprangzum dritten Male der Teilungsgedanke hervor.
Selbstverständlich kam die Anregung wieder von Frank-reich. Perier trat dieses Mal direkt an Preußen heran undschlug eine Sonderallianz vor. Der König aber wollte sichnicht von der Konferenz trennen, wies gleich England die
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