Druckschrift 
Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

Palmerston, der in den Reihen der Großmächte den französi-schen Interessen am nächsten stand, wurde durch alle Ent-schuldigungen nur mißtrauischer.Jeder Tag zeigt ihre Ab-sichten auf Belgien und ihre geheimen Machenschaften diesemLande gegenüber deutlicher . . . Warum will es versuchen,einen Einfluß auf Belgien auszuüben, auf den es' durch dasProtokoll vom 20. Januar verzichtet hat 10 )?"

Es ist Frankreich gewesen, das durch seine Intriguen denrechtzeitigen Abschluß der Königswahl verhindert hat. DieBelgier hatte es zu Narren gehabt; die Getäuschten gabensich einen Regenten und die Wahl fiel auf einen Freund desAnschlusses Belgiens an Frankreich. Die Belgier bewiesenzum ersten Male, daß sie nicht sahen, wo ihre wahren Freundesaßen. Es wäre ihnen zu wünschen gewesen, daß es das ein-zige Mal geblieben wäre.

Der Widerstreit der Gegensätze hat Frankreich noch mehrals einmal Teilungsversuche nahegelegt. Der erste fand imMärz statt. Der König von Holland hatte die Basis vom20. Januar anerkannt, die Belgier aber trotzten dem WillenEuropas. Da die Konferenz erbittert war, machte Sebastianiam 1. März einen Anwurf, um wenigstens das HerzogtumBouillon zu gewinnen. Obwohl Palmerston scharf ablehnte,hat doch der weit vorsichtere, festere und klarere Nachfolgerdes gestürzten französischen Ministerpräsidenten Laffitte:

les Beiges. La Belgique nous viendra peut-etre mais plus tard;aujourd'hui c'est un interSt secondaire. La force des choses la meneä la France." Talleyrand, Memoires 4, 106.

") Palmerson an Qranville 15. Februar 1831. Bulwer a. a. 0.2, 43.

55