Da haben wir die innersten Gedanken des listigen Diplo-maten: die Neutralität ist ihm die Vorstufe der Annexion, einanderer Weg würde eine Abtretung an England erfordern,Antwerpen ist aber zu teuer. Die Feindschaft gegen Preußenhat Talleyrand offen vertreten durch die Forderung, daßLuxemburg der preußischen Kontrolle entzogen werden, denGegensatz gegen dieses England, mit dem er seine Politiksonst machte, verheimlichte er und versteckte ihn unter dermühselig zugestandenen Neutralität. Die Äußerungen Ade-laides wie die öffentliche Rede Sebastianis zeugen von dem-selben Verlangen nach der Vereinigung, Adelaide wirft dieSchuld auf England und Sebastiani legte den Gegensatz derübrigen Fürsten dar. Für sie war die Frage vertagt, nicht er-ledigt, Frankreich war zurückgewichen, weil mehr von Eng-land nicht zu erreichen war.
Den anderen Gesandten kam es darauf an, die Brustwehrgegen Frankreich aufrechtzuerhalten, das schien der Ausweg,um zu friedlichen Zuständen zu gelangen und den europäischenKrieg zu vermeiden, der am meisten durch die BegehrlichkeitFrankreichs bedroht war. Palmerston brachte unter anderenGründen auch vor: „Die Belgier sind zu allen Zeiten eineunruhige und aufsässige Nation gewesen. Es scheint nötig,sie in gewisser Weise zu einem friedlichen Dasein zu ver-urteilen und zu zwingen, ihre ganze Aufmerksamkeit aufHandel und Industrie zu richten, welche sie immer mehr inRivalität zu Frankreich und in freundlichere Stimmung zuHolland bringen dürften 32 )." Österreichs Vertreter stimmte
32 ) Martens a. a. O. 11, 451.
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