ihnen in irgendeinem Falle einrücken oder es besetzen würdenohne die Zustimmung der vier übrigen. Und ebenso sollten sieHolland gegen jeden Angriff von belgischer Seite sicher-stellen 18 ). Der Zweck der Neutralität ist deutlich angegeben,sie erscheint aber noch mehr als eine gegenseitige Verpflich-tung der Großmächte; die Verpflichtung Belgiens mochte demGrafen aber wohl so selbstverständlich vorkommen, daß ersie nicht besonders hervorzuheben für nötig fand.
Dieser Wegweiser fand zunächst keine Beachtung.
Der Wechsel des englischen Ministeriums (18. November)brachte einen Mann empor, der bei aller Originalität seinerkräftigen, festen, leidenschaftlichen Politik doch in der belgi-schen Frage von dem Wege, den Wellington eingeschlagen,nicht abwich. Lord Palmerston, dessen Einfluß den des Pre-mierministers Lord Grey übertraf, befolgte Englands Vorteilals einzige Richtschnur. Der aber lag offen zutage, wennEngland den freiheitlichen Strömungen der Völker Deckunggab und damit den drei am Absolutismus festhaltenden Ost-mächten Schwierigkeiten bereitete. Es war eine folgerichtigePolitik, Frankreich entgegenzukommen, dabei jedoch den Ab-schluß eines Bündnisses zu vermeiden. Je weniger Englandgebunden war, um so mehr beherrschte das Foreign Office diefranzösische Politik.
Der belgische Nationalkongreß, der seit dem 10. Novembertagte, um dem neuen Staate eine Verfassung zu geben, wagteerregt durch sehr verwickelte Gründe am 24. November 1830,das oranische Haus von dem belgischen Thron auszuschließen.Es wäre eine schwere Probe auf den Frieden Europas gewesen,
18 ) Martens, Recueil 11, 442.
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