Es war die Autorität Wellingtons, die eine solche Kordon-linie mit vielen kleinen Plätzen durchsetzte; sehr vernünftigerWeise hatten preußische Generale und österreichische Diplo-maten die Anlage zweier großer Festungen verlangt, die alsStützpunkt für Armeen dienen könnten'). Der preußischeVorschlag war auf eine Befestigung der Maaslinie mit einemgroßen Brückenkopf in Namur gerichtet, was Brialmont alseinen vernünftigen Vorschlag bezeichnete, der aber scheiternmußte, weil er England keinen Vorteil bot und Wellington jadurch den Sieg von La belle Alliance eine überragende mili-tärische und politische Stellung gewonnen hatte 7 ).
Das war vorwiegend eine englisch gedachte Lösung, einBollwerk Europas mit schwacher Garnison ward gegen Frank-reich aufgerichtet, hinter dem im großen Abstände zweiReserven stehen. Auf eine Fülle von Bedingungen ist dermilitärische Wert gestellt: auf die Kraft der unzureichendenGarnison und auf die Einheit der Reservemächte: Englandund Preußen. Diese im Interesse Europas aufgerichtete Brust-wehr gegen Frankreich war dazu ein schlechtes Bauwerk.Talleyrand hatte es sofort erkannt, daß zwischen Belgien undHolland sich die Gegensätze des Blutes, der Sprache, derGeschichte und der Religion erheben würden. Die Nordfrontder Bastion und die Südfront waren nicht einig.
Dem Scharfblick des französischen Diplomaten, der sogut die Instinkte und ihre Kraft kannte, war es nicht entgangen,dem neuen Königreiche fehlte es noch für lange Zeit aninnerer Kraft. Dem ersten Könige des Reiches der ver-
°)von Arneth, Freiherr v. Wessenberg 2, 95f.7 ) Brialmont, Considerations politiques et militaires sur laBelgique (1851) 2, 58.
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