mm,
einigten Niederlande, der nicht durch eigene Kraft oder etwadurch die kriegerische Erhebung seiner Niederländer oderseiner neuen belgischen Untertanen, sondern durch die Gunstder Fürsten und Diplomaten der Großmächte, die Napoleondurch ihre Truppen niedergeworfen hatten, ein solches Reichgeschenkt erhalten hatte 8 ), fehlte die geistige Beweglichkeitund Anpassungsfähigkeit, die erforderlich gewesen wären,Holländer und Belgier zu mischen, ihre Einrichtungen auszu-gleichen und ein starkes gemeinschaftliches Staatsgefühl zuschaffen. Er wollte auch nicht wahrhaft konstitutionell regie-ren. Sein Starrsinn und seine Härte, seine Vorliebe für das Volk,mit dem das Haus Oranien seine weltgeschichtliche Rolle bis-her gespielt hatte, seine protestantische Befangenheit und seineEngheit des Blickes verführten ihn dazu, Belgien als ein annek-tiertes, erobertes und abhängiges Land zu behandeln. DasBündnis der im Lande vorhandenen Parteien war die Gegen-wirkung, französische Flüchtlinge weilten im Lande und schür-ten die Gefühle der gemeinsamen Sprache, der Erinnerungenan die glorreichen Zeiten Napoleons; das Land war für eineRevolution reif. Um das militärische Bild aufzunehmen, derKommandant der gegen Frankreich gerichteten Bastion hattedie vorgeschobene Kompagnie so mißhandelt, die Leibkom-pagnie so verhätschelt, daß jene sich mit dem Gedanken ver-traut machte, den Gehorsam zu verweigern und vielleicht garzum Feinde abzufallen.
In der Julirevolution brach in Paris überraschend schnell dieunbelehrte königliche Reaktion der weißen Fahne zusammen.
■
WML
m
MM
8 ) Vgl. Matusziewicz an Nesselrode bei Martens, Recueil destraites . . de Russie 11, 461.
24
H .