liehe Truppen. Half man sich vielfach, durch Soldverträgevor allem aus 'dem Reservoire der deutschen Kleinstaatereischnell Truppen heranzuziehen, so war es doch schließlich einsichereres System, dem zunächst an die belgischen Provinzenanstoßenden Nachbarn, den Niederlanden, ein Besatzungsrechtund eine Besatzungspflicht zu übertragen, wie das durch denBarrieretraktat geschah.
Die Sicherheit der Niederlande wie Englands waren durchden ungemessenen Ehrgeiz Ludwigs XIV. bedroht, als er diespanische Monarchie für seinen zweiten Sohn annahm. DieAntwort war die große Allianz der beiden genannten See-mächte mit dem Kaiser vom 7. September 1701, die in ihrenBestimmungen als Ziel aufnahmen, daß die einst spanischenNiederlande „als Deich, Bollwerk und Barriere dienten, umFrankreich von den Vereinigten Provinzen zu trennen undfernzuhalten". Im Friedensschlüsse sollte diese Barriere ein-gerichtet werden.
Die Führung des Krieges in diesen Ländern war vor-wiegend England und Holland zugefallen, sie glichen dann ihreForderungen untereinander aus und zwangen in den Friedens-verhandlungen erst Frankreich und dann Österreich ihrenWillen auf. Der erste Barrierevertrag vom 29. Oktober 1709war unter dem stärkeren Einfluß von Heinsius zu sehr nieder-ländisch ausgefallen, das glich der zweite Vertrag vom30. Januar 1713 aus und seitdem verschwand der Küsten-ort: Nieuport — Ostende war schon früher auf die Seite ge-schoben — aus dem Rechte Hollands. Die Zustimmung Frank-reichs war leichter zu gewinnen, der Kaiser mußte sich in derNot schließlich beugen und wie ein Besiegter das Gesetz an-nehmen, welches das ausschließliche militärische Besatzungs-
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