Druckschrift 
Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

s m

8 !

ä~»8H

m

SUSI

-'Suis

deten sie ein Glied des spanischen Weltreiches, endlichfielen sie in dem seit der Abtretung der nördlichen General-staaten der Niederlande sehr verminderten Umfange an dieösterreichische Linie. Als Nebenlande der größeren Reichewurden sie in die Kriege der Madrider, dann der Wiener Regie-rung verwickelt. Ein Pufferstaat lag abwechselnd im Inter-esse der Besitzer, der Nachbarn, häufig in dem der Untertanen,aber alle diese Versuche und Pläne Karls V. und seinerSchwester Maria von Ungarn, Oldenbarnevelds, des KardinalsRichelieus, seines Nachfolgers Mazarins, de Witts, die aus denTagen des spanischen Erbfolgekrieges führten zu keinem Er-gebnisse.

Mehr wie einmal waren solche Vorschläge nichts anderesals verkappte Vorbereitungen der Annexion Belgiens anFrankreich. Die offenen Vorschläge, die sich von Sully anhinziehen, die Kriege, die Frankreich darum führte, aufzu-zählen, hieße fast die ganze Geschichte der Zeit aufrollen.Unstillbar war die Gier der französischen Könige, Generaleund Staatsmänner, diese blühenden Provinzen, in denen seitdem Damenfrieden von Cambray 1529 Frankreich gar keineRechte mehr besaß 2 ), dem Königshause zu gewinnen.

Die Teilungsvorschläge, deren Zahl sehr groß ist, stammenzum Teil wie die von 1632 von Belgiern selbst, die zugleichauch von einem unabhängigen katholischen Gegenstücke derniederländischen Generalstaaten träumten.

In der Literatur werden oft Pläne, die einen Pufferstaaterstrebten, irrtümlich für Absichten auf die Errichtung einesneutralen Belgiens ausgegeben.

2 ) Pirenne a. a. O. 3, 124.

10

».