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Es liegt in der Ortslage begründet, daß am Kanal dreiKreise Interesse haben müssen: die Häfen der englischenInsel, wie die des Kontinentes südlich und nördlich der Meer-enge, das heißt die Häfen von Frankreich und die des germa-nischen Küstengebietes. Wechselvoll ist der Anteil der ein-zelnen Staaten, wechselnd tritt es deutlicher oder unklarerhervor, daß der Kanal für England am sichersten ist, wenn ihmauf dem Kontinente ein Brückenkopf gehört, für Frankreich,wenn es die Sprachgrenze überschreitend den Hafen von Ant-werpen und womöglich auch die von Rotterdam und Amster-dam unter Kontrolle nimmt und für die germanische Welt wardie Sicherung gegeben, wenn eine Barriere die historisch ihrangehörenden Gebiete bis jenseits der Meerenge umschloß.Jede dieser Mächte war gedrungen, das eigene Sprachgebietzu überschreiten, am wenigsten die deutsche.
Das Mittelalter kannte das Nationalprinzip nur in sehrschwacher Form. In dem großen Weltreiche Karls des Großen,das Napoleon erneuerte, waren die deutsch-französischenGegensätze aufgehoben und s o wurde es dann zerschnitten,daß die Grenze den Meeressaum an der südlichsten Hafen-stelle des Mündungsgegebietes teilte, nördlich von Brügge.Die Sprachgrenze war nicht beachtet: das germanische Flan-dern blieb bei Frankreich, größer waren die französischenLandschaften, die dem deutschen Reiche im Binnenlande ver-blieben.
Obwohl das Gebiet des heutigen Belgiens demnach imMittelalter auf zwei Staaten sich verteilte; der viel bedeuten-dere Teil stand zum deutschen Reiche, der kleinere zum franzö-sischen, so entstand doch in der Grafschaft Flandern eine Herr-schaft, die beiden Staaten angehörte. Durch das Recht der
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