Münzwesen. Rheinischer Gulden. Ravensburg.
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Eavensburg. Die Münz- und Geldgeschichte dieser Stadt ist nochnicht geschrieben. 1 Ich gebe daher die folgenden Angaben unter allemVorbehalte.
In Süddeutschland hatte sich im 14. Jahrhundert eine feste Eelationder Pfennige und Heller ausgebildet. Der alte Denar umfaßte je zweider zuerst in Schwäbisch Hall geprägten, bald aber vielerorts nach-geprägten Heller. Auf beide Münzen wurde die alte Rechnungseinheitdes Pfundes angewendet (libra = 20 ß zu 12 ,S|). Die libra denariorumenthält 240 denarii (,S)), das Pfund Heller ebensoviele Heller, Hallenses(hl.) und ebenso der Schilling 12 ^ oder hl. Man muß also stets genauzusehen, ob es sich bei Pfund und Schilling um Pfennig oder Hellerhandelt.
In Eavensburg hatte man anfangs die Prägung von Hellern ab-gelehnt, und in dem großen Münzverein der Bodenseestädte mit Ulmund Württemberg von 1404 wurde Eavensburg noch mit Konstanz alsPrägestätte für die Pfennige bezeichnet, Ulm und Stuttgart aber für dieHeller. Der rheinische Gulden wurde auf 25 Schillingstücke gesetzt, dasSchillingstück auf 12 hl., von denen je zwei auf einen Pfennig gingen.Der rheinische Gulden enthielt also 150 ^ oder 300 hl. Der Bund warnicht lebensfähig, er endete 1407. Und seit dieser Zeit blieb in Eavens-burg die Währung nach Hellern neben der nach Pfennigen in Gebrauch,wenn das nicht schon durch das Eeichsgesetz König Wenzels von 1385herbeigeführt worden war.
Eavensburg gehörte dann auch der Konstanzer Münzvereinigung von1417 an, die statt von dem Ulmer vom Konstanzer Münzgewichte aus-ging. Bin rheinischer Gulden sollte sein = 13 1 / 2 ß ^ = 1 U 7 ß hl., alsowiederum 1 ^ = 2 hl. Auch dieser Vertrag wurde durch das Weichendes rheinischen Guldens unhaltbar.
Dem in Eiedlingen 1423 abgeschlossenen Bündnisse (Württemberg—Bodenseestädte und Städte um Ulm) blieb Eavensburg fern, ja es wurdegeradezu ausgeschlossen, man habe mit seiner Münze zu schlechte Er-fahrungen gemacht. Der Eiedlinger Vertrag bzw. der Konstanzer Wandelvon 1436 beherrschten bis etwa 1475 sonst in Oberschwaben die Lage.
Auch Eavensburg scheint sich wohl oder übel dem angeschlossen zuhaben. 1423 galt der rheinische Gulden = 1 U 6 ß hl. (312 hl.) = 13 ß $,1436 = 1 U 4 y? hl. (288 hl.) = 12 ß ^.
Wann Eavensburg oder eine andere oberschwäbische Stadt zu derMünzeinteilung 1 fl rh. = l 3 / 4 U hl. = 35 ß hl. übergegangen ist, ver-mag ich mit voller Sicherheit nicht zu sagen. Jedenfalls schon lange vordem Münzbunde der sieben schwäbischen Städte von 1501; denn dieserBerechnung begegne ich schon in der ebenfalls sehr bequemen Form100 fl = 175 & hl. 1497 in Kempten (Nt. 91), doch findet sich sofort einAufgeld für den Gulden (Nr. 83, 94 usw.), vor allem bezeugt auch derGesellschaft Währung von 1497 für Eavensburg, Isny, Kempten,Wangen und Staufen die Geltung des Schlüssels 1 rh. fl. = 35 ß hl.(3, 47). ________________________________________________________
1 Wohl aber ist sie mehrfach von Cahn in dem vortrefflichen Werke Münz-und Geldgeschichte der im Großherzogtum Baden vereinigten Gebiete, Teil I,Eonstanz und das Bodenseegebiet im Mittelalter (Heidelberg 1911) mehrfachberührt worden.