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2 (1923)
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Kapitalismus. Kampf gegen Monopole und Gesellschaften

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Hervorheben des Geldes nicht entbehren können, der hier fehlt.Der Kapitalismus ist eine Form der Geldwirtschaft. Sollte sich derBauersche Begriff des Kapitalismus, den ich diesen Erörterungenzugrunde legte, durchsetzen, so würde man die Eavensburger Ge-sellschaft wegen des Mangels der Organisation der Wirtschaft vonoben nicht völlig darunter schieben können. Aber die von Striederund anderen gewählte Unterscheidung des Frühkapitalismus würdesie umschließen. Auf alle Fälle war sie ein Bannerträger des Fort-schrittes im deutschen Handelsleben gewesen, und sie hatte nichtdas kleinste der Feldzeichen getragen.

§ 123. Der Kampf gegen die Monopolien und Handelsgesellschaften. Die volks-tümliche Auffassung. Der Kampf auf den Reichstagen. Gegensätze. Kölner Be-schluß 1512. Die weiteren Kämpfe. Die Verteidigung der Augsburger. StellungRavensburgs. Bedeutung der Ravensburger Gesellschaft.

Noch einmal muß ich zu den Monopolien zurückkehren. 1 Dennwenn die Gesellschaft wohl einmal Monopolen zustrebte, jedochstets ohne Anlehnung an Eegierungen, so stellte der Kampf gegendie Monopole auch sie in Frage, weil sich der Kampf auch gegen diegroßen Handelsgesellschaften überhaupt richtete. Das gewöhnlicheVolk ist dem Kaufmanne gegenüber argwöhnisch, schiebt ihm dieSchuld an der Verteuerung von Waren zu und nimmt, ohne zu be-denken, was das für jenen bedeutet, einen Preissturz freudig entgegen.Die Gestaltung der Preise war ja das Geheimnis der Kaufleute, derKäufer sah in hohen Preisen eine Überteuerung. Der Verkäufer istdes eigenen Nutzens halber zum Innehalten von Treu und Glaubengebunden, aber er findet nicht immer beim Käufer Glauben an seineEedlichkeit, dieser vermutet leicht eine Ausnützung der Macht,wo der Verkäufer doch auf Eecht und Anstand Eücksicht nimmt.Die Aufklärung der Kunden war in jenen Zeiten aber wohl mangel-haft. Die Zeiten seit 1914 haben uns die wirtschaftliche Politik desMittelalters um vieles verständlicher gemacht; denn von anderemabgesehen, auch jene Jahrhunderte erlebten fast Jahr für Jahrirgendwo eine wenn auch nicht brüske Valutaverschiebung. DerKaufmann des Fernhandels hielt schon, um den Überblick zu be-halten, sich im inneren Dienste an eine Valuta, die nicht erheblichschwankte, so die Eavensburger an den rheinischen Gulden. Aber

1 Aus der reichen Literatur nenne ich Janssen-Pastor, Gesch. d. deutschenVolkes,2. Kluckhohn, Zur Geschichte der Handelsgesellschaften und Monopoleim Zeitalter der Reformation in Hist. Aufsätze dem Andenken an Georg Waitzgewidmet, 666703. Ehrenberg, Schulte 1, 668ff., Baumgartner, Gesch.Karls V., Ulmann, Kaiser Maximilian I. Käser, Deutsche Gesch. im Aus-gange des Mittelalters, 439449. Jansen, Max Jakob Fugger der Reiche,5457, 260ff. König, Peutingerstudien in Studien und Darstellungen ausdem Gebiete der Geschichte, Bd. IX, 1, S. 103145. Strieder, Studien zurGeschichte kapitalistischer Organisationsformen, namentlich S. 6992. DieQuellen zum Teil in den Reichstagsakten, jüngere Reihe.