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2 (1923)
Entstehung
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230
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230 Zehntes und elftes Buch. Ende der Gesellschaft. Ihre Bedeutung. § 122

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ersten wird man schon eher zweifeln dürfen; denn die Formel, daßdas Geld nicht auf der Ware schlafen dürfe, läßt doch auch den Ge-danken durchschimmern, daß das Geld der Träger des Handelssei. Wir beobachteten die Meinung, daß man hohe Gewinne habenmüsse. Sicher ist, daß man nicht bewußt gegen die kirch-lichen Anschauungen handeln wollte, wiewohl die Muntprats vonKawerschen abstammten, die ihnen Trotz geboten hatten. Dasdritte Prinzip, die Genossenschaft, übertrugen die Ravensburg-Konstanzer auf den Handel, freüieh nicht so sehr, um die Kon-kurrenz im fernen Lande zu beseitigen, sondern sie in der Heimatherabzusetzen. Das ging auf Kosten der heimischen Produzenten,der Leine- und Barchentweber, die freilich durch eine größere Aus-dehnung des Fernhandels mehr Absatz hatten als vorher, daEinzelhändler oder kleine Familiengesellschaften viel höhere Hand-lungsunkosten aufwenden mußten.

Es ist ganz zu recht erkannt worden, daß die Zünfte in einer voll-kommenen Stadt Wirtschaft ihr Ziel erreichen konnten, der Fern-handel aber wurde durch seine innerste Natur von den Grundsätzensanfter Konkurrenz abgetrieben. Und unser Buch hat deutlicher ge-zeigt, als es bisher bekannt war, wie viele Städte Gewerbe hatten,die von der Ausfuhr weit über die Grenzen der Stadtwirtschaftvöllig abhingen. So war es zu Eavensburg und Konstanz. Als erstegroße deutsche Handelsgesellschaft ist unsere in Deutschland auf-getreten, keineswegs als die erste der Welt, denn lange zuvor hattenSiena und Florenz ebenso große Handelsgesellschaften gesehen.Nur der Unterschied ist vorhanden, diese betrieben nebenbei oderwohl gar in der Hauptsache Geldhandel, die Eavensburger folgtendem nicht.

Einzelne kapitalkräftige Gesellen gaben für sich Geld gegen Zinsaus, für die Gesellschaft haben wir keinen Fall feststellen können,als die Schuld König Renös. So liegt ein Unterschied bedeutsamerArt vor.

Der Fernhandel beruhte auf der freien Konkurrenz, die freüiehnicht ganz ohne Schranken war. Es gab Zölle in verschiedener Ab-stufung, in einzelnen Waren war der Handel verboten, man durfteaus manchen Landen kein Edelmetall ausführen. Und gerade dahaben unsere Quellen gezeigt, daß der Merkantilismus älter ist alsmeist geglaubt wird. Diese Schranken abzubauen war die Gesell-schaft stets bemüht und in Maüand wie Genua war sie dabei dieFührerin der Deutschen. Ein Ruhmesblatt in ihrer Geschichte.Und ihre Erfolge waren nicht gering.

Die freie Konkurrenz gibt dem, der hat, und ihm um so mehr,je mehr er hat. Die Ravensburger schlugen in Spanien die Baselerim Safranhandel aus dem Felde, in der Canemasserie die Savoyer,wenigstens im Handel nach Spanien. Dann aber erlagen sie selberdeutscher Konkurrenz, die von geldkräftigeren und geschickteren

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