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2 (1923)
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226
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226 Zehntes und elftes Buch. Ende der Gesellschaft. Ihre Bedeutung. § 121

Spanien, wo noch lange St. Galler, Nürnberger und Augsburgergroße Erfolge hatten.

Die Lage der Kaufmannschaft war mit den Tagen Karls V., seitdem Beginn des schweren Kampfes zwischen Frankreich und Habs-burg weit schwieriger geworden als einst. Konnten die Eavensburgerdamit rechnen, immer unter dem Mantel der Eidgenossenschaftdurchzukommen, wo doch die Zahl eidgenössischer Gesellen immermehr abnahm? Genua war das bedeutendste Gelieger in romani-schen Landen geworden. Konnte man darauf rechnen, daß dieseStadt immer habsburgischer Leitung folgen werde? Die herrlicheFlotte war als Kampfmittel die Sehnsucht der Franzosen und derHabsburger wie der Hafen, den die Stadt nicht lange schützenkonnte. Wer Maüand besaß, war auch schon halb der Herr vonGenua. Mailand und Genua waren für die Habsburger-Spanier dieSchlüssel Italiens. Spanier und Franzosen, dazwischen auch dieverschiedenen italienischen Mächte rangen viele Jahre um Italienbis zum Damenfrieden von Cambrai (1529) und darüber hinaus.Genua hatte nach wechselvollen Jahren 1528 Andrea Doria, dergroße Seeheld, von der französischen auf die kaiserliche Seite ge-führt. 1520 war Hinderofen, der Maüänder Obmann, von denfranzösischen Gouverneuren des Herzogtums Maüand deshalb ge-fangen gesetzt worden, weil er sich weigerte, für von den Fuggerngekauftes Kupfer den schon vorher entrichteten Preis ein zweites-mal an die Franzosen zu zahlen. Es ist wohl zu glauben, daß diesesMal das Schreiben der Stadt Luzern, das sie auf Bitten des Alt-schultheißen Jakob von Hertenstein und anderer eidgenössischenGesellen an die königliche Verwaltung richtete, guten Erfolg hatte. 1Aber wer bürgte für die Zukunft? Am 19. November 1521 machteder Überfall Pescaras freüich der französischen Herrschaft in Mai-land ein Ende. Doch auch die Eegierung Francesco II. Sforzasbrachte keine Buhe. Erst nach der Schlacht bei Bicocca ergab sichdie französische Garnison des Kastells, und dann wandte sich derneue von den Spaniern eingeführte Herzog der italienischen Ligazu, die die spanische Herrschaft mit Hufe der Franzosen beseitigenwollte. 1525 mußten die Spanier den Herzog wieder im Kastell vonMaüand belagern. Er erhielt schließlich freien Abzug. Es kamenfurchtbare Jahre über Maüand, wo auch eine Hungersnot herrsehte.Die Spanier führten ein schweres Begiment. Erst im November 1530erhielt der kränkliche Herzog vom Kaiser Maüand zurück, Comound das Kasteü von Mailand blieben als Pfand in den Händen derSpanier. Konnten die Eavensburger voraussehen, daß 1535 derHerzog sterben und Karl V. dann für sich das freigewordene Eeichs-lehen einziehen werde? War diese grauenvolle Zeit dazu angetan,deutsche Kaufleute zu ermuntern, in Maüand und Genua auszu-harren? Es war ungewöhnüch genug, daß die Eavensburger An-

1 Heyd, S. 22 und 83 f.

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