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2 (1923)
Entstehung
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225
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Der Handel 152530. Einschränkung. Verpaßte Gelegenheiten 225

steht gleich hinter der Gesellschaft ein Pahlas Zudrofi, der Nameklingt russisch, bezieht sich aber wohl auf Palle Hinderofen. 1 Dannbestand also noch die Gesellschaft und hatte im Mailändischen nochSchuldner, und daneben war Polai Hinderofen tätig. Da sich dasDekret auf Eintreiben von Schulden bezieht, kann Polai nicht ersteben in diesem Augenblicke sein eigenes Geschäft begründet haben.Auch Onofrius Hinderofen, der gleich Polai bis 1525 der Gesellschaftin angesehener Stellung gedient hatte, war selbständig und beganneinen selbständigen Handel, der sehr wesentlich von dem altenSysteme abwich. 2

Die Gesellschaft war längst im Niedergänge. Als sie ihr Geliegerin Venedig aufgab, stand sie noch in voller Blüte; dann verzichtetesie auf Lyon und Avignon, baute nicht etwa dafür Aigues-Mortesaus, sondern zog sich ganz aus dem Bhonegebiete zurück, höchstensdaß noch ein Geselle zur Beobachtung auf die Messen nach Lyonentsandt wurde. Der französischen Begierung hatte die Gesell-schaft wohl immer mit Mißtrauen gegenübergestanden, wie dieFugger. Auch in Spanien wankte der Bau, der einst so trefflich waraufgeführt worden. Zuerst wurde in Barcelona der Verkaufsgademgeschlossen, dann brach Saragossa zusammen und damit zerbarstder Grundstein des spanischen Geschäftes, der Handel mit Safran,und endlich folgte Valencia. Man gab Spanien auf und verzichteteweiter auf Portugal gerade in dem Dezennium, da der HabsburgerKarl persönlich in Spanien erschien und den oberdeutschen Kauf-leuten die Wege auch in KastiUen bahnte. Das war ein Land, in demvorher von Deutschen nur Kölner nachzuweisen sind. So war dieGesellschaft 1525 eingeschränkt auf Genua und Maüand in Italien,auf Antwerpen in den Niederlanden und auf die deutsche Tätigkeitin Frankfurt, Nürnberg und Wien. Noch immer waren Frankfurtund Nürnberg die Hauptstätten des Verkaufes. Das Ankunfts-büchlein von 1527 zeigt aber ein anderes Gepräge als einst, italie-nische Luxuswaren, vor allem aus Genua, waren der Bückgrat desGeschäftes geworden, und da hatte man doch auch in den GenuesenKonkurrenten auf dem deutschen Markte.

Die Gesellschaft hatte mehr wie eine Gelegenheit versäumt. Diegroßen Entdeckungsfahrten Vasco da Gamas zogen den Spezerei-handel nach Lissabon und Antwerpen. Die älteste auf der iberischenHalbinsel eingeführte deutsche Gesellschaft entsandte niemand nachLissabon und trat also in den Handel dritter Hand ein. Man hingam Alten und hatte nicht die Beweglichkeit und den Wagemut derGesellschaften, die auf der Arbeit völHg von dem Chef abhängigerFaktoren beruhten. Man hatte sich völlig vom Geldhandel fern-gehalten, und doch konnten Privilegien und Handelsvorteüe amleichtesten von den Fürsten erreicht werden, wenn ihnen Anleihenbewüligt wurden. Die Bavensburger verließen ihr Lieblingsfeld

1 Schulte 2, 60. 2 Oben 1, 171. 480f.Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. II.

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