Sonstige Waren
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Daß Bürsten von Nürnberg nach Valencia gingen, hängt wohl nurdamit zusammen, daß in sie sich einzelne Waren besonders gut ver-packen ließen (Leuchter). In Nürnberg kaufte man 198 DutzendBürsten für 34 fl 3 ß, sie wurden mit Messingschüsseln nach Ravens-burg gesandt. 1
Pennes seques. Das Barceloneser Register 1443 führt 27 U davonin Ausfuhr an. 2 — Was für Federn, bleibt fraglich.
Säckel und Nesteln. Konrad Bader bezog von Mailand 6 rote Säckelund 2 Dutzend Nesteln. 3
Eosenkranzperlen, Die Fabrikation der Rosenkranzperlen,mit denen das Spätmittelalter großen Luxus trieb, ist noch weniguntersucht. 4 Für die Gesellschaf t kamen sie als Einfuhr nach Spanienin Betracht.
Solche wünschte einmal Mailand, glaubte aber, sie dienten noch besserfür Spanien. In der Eidgenossenschaft wurden sie hergestellt. 5 In Spanienwar der Handel mit dieser Ware recht ausgedehnt. Es sind zu unter-scheiden paternostres de coral, de bruffol und de lentilla. Die ersten sindklar verständlich, von ihnen führten 1426 die Humpis 52 t6 10 unz ein(oder aus?). Bruffol erklärt Häbler mit dunkel, braun, allein dann mußtees nicht de bruffol heißen, sondern bruffoles und ebenso steht es mit derDeutung von lentilla = Messing. Ich glaube, man muß nach OrtschaftenBruffol und Lentilla suchen, denn die Dreharbeit bei Rosenkränzen wardoch wohl naturgemäß auf einzelne Orte beschränkt. Paternoster deBruffol begegnen viermal in den Händen der Gesellschaft (1426, 31 und43), solche de lentilla einmal (1440). Andere Sorten begegnen in den Zoll-papieren, darunter von Calsedonia (= Achates Chalcedonius, einem Halb-edelstein 1, 311).
Nach Saragossa brachten die Humpis 1430 keine Paternosterperlen,das überließen sie drei anderen Kaufleuten, die 1700 Tausend Stückeinführten, das Tausend (darunter auch de Brufol) zu 1 ß. Gesamtwert85 U.
Andreas Sattler brachte aus Flandern 2 Paternoster weiß Ambra heim. 6In Brügge gab es ein Paternostermacheramt.
Papier. Da Ravensburg einer der frühesten und entwickeltsten Sitzeder Herstellung von Papier war, ist es sehr verwunderlich, daß man einRies von Mailand bezog; es kostet bis in die Stadt 22 ß 4 hl. 7 In Saragossaverkaufte man 1506 15 Ries weißes Papier, das Ries für 10 jL 1 Rieskam 1480 von dort in einem Safranballen, es gehörte Jan Petit zu Köln. 8Spanisches Papier aus Valencia bestellte sich 1475 Lamparter, wohl nachGenf. 9
Ravensburger Papier finde ich-^nur selten. Hanns Asmus von Würz-burg bat für die bischöfliche Kanzlei dringlich um 2 Ballen guten Ravens-burger Papiers. 10 In Memmingen verwendete man schwäbisches Papier,
9 Ries kosteten 5 » 2 jö 9 d. 11
1 3, 9. 189. 356 f. 359. 2 3, 513. 3 3, 254. 4 Wertvolle Aufschlüsse beiStieda, S. 111 ff. Herstellung in Lübeck und Nürnberg. Gemacht aus Bern-stein, Ambra, Korallen, Knochen, Mistel und anderem Holze. Vgl. Mayer,Österr. Handel, S. 87. 5 3, 283. 6 3, 404. '3,19. 8 3, 243. 345 f. 364. 9 3, 227.
10 3, 332. ll Bd. 3 in Nr. 101.