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2 (1923)
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197
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Kürnt. Kupfer

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Die Gesellschaft ließ mehrfach Rohkupfer in geschlagen Kupfer ver-wandeln. Das ersehen wir aus Kemptener Rechnungen, wo dieses Schlagenunter Aufsicht des Agenten der Gesellschaft erfolgte. In der Zeit vom20. August 1500 bis 7. Mai 1503 wurden 204 Quintal 72 U kemptenerischbearbeitet. Der Arbeitslohn betrug für den Quintal 9 Groschen, so daßsich mit einem bescheidenen Trinkgeld 161 U 19 ß 10 hl. ergaben. Von dabis 5. November 1503 wurden 601 Quintal 91 U geschlagen, kosten 474 Uund Trinkgeld, im ganzen waren es 316 Ballen. Der Preis des Schiagensbetrug also 9 Groschen = 15 ß 9 hl.

1507 März bis November 10 wurden von Gordian Suter in Kempten50 Wiener Zentner übernommen (= 61 Zentner 30 ti Kempter) = 32 Bal-len gemacht. Ebenso wie hier wird auch bei dem Kupfer von 1500/02Wiener Gewicht mit angegeben, es war also dieses Kupfer von Wien,also wohl aus Oberungarn gekommen. 127 Quintal wurden als KatzoloerKupfer bezeichnet, es stammte also wohl aus Kaschau. 1

Verkauf: Wohin verhandelten die Ravensburger ihr Kupfer? Zunächstist darauf hinzuweisen, daß der Kupferhandel von der Gesellschaft Fugger-Thurzo im größten Maße betrieben wurde und auch von anderen Augs-burger Großhändlern, die von den Bergwerken das Kupfer übernahmen.Als Händler erster Hand erscheinen die Ravensburger niemals, es bliebihnen also nichts anderes übrig, als ihre Ware in zweiter Hand dorthinzu verbringen, wohin die erste Hand nicht reichte, also dorthin, wo esnoch keine Faktoreien der Augsburger Händler gab. So kam Verkauf inDeutschland und den Niederlanden nicht in Frage.

In Deutschland erscheint einmal in Nürnberg ein Augsburger, JörgHuyff, als Schuldner für 752 fl, aber man weiß ja nicht, wie das zusammen-hängt. 2 Andreas Sattler riet 1478 Kupfer von Aschaffenburg zu Wassernach Antwerpen bringen zu lassen. 3 Das Fuggersche Kontor ist dort erst1494 nachzuweisen. Kurz vorher waren die Fugger stark in den TirolerKupferhandel eingetreten und nunverfolgten sie auch diese Route. KönigMaximilian hatte der Regierung in Innsbruck geschrieben, nicht nur inAntwerpen sei Bedürfnis, auch Spanien begehre danach, da es bedeutendbesser als das einheimische sei. Die Preise betrügen dort 6, mindestens5 1 / 2 fl, ja nach der Kaufleute Aussagen 7 3 / 4 fl. 4

In Mailand führte die Gesellschaft auch rauh Kupfer und später einemir unerklärliche Sorte rot Saigerkupfer: „süsser mescher Kupfer". Noch1520 ist Fuggersches Kupfer dort in der Hand des Gehegers. 6

Noch reger war das Geschäft in Genua, wo man zunächst noch mit denFuggern nichts zu tun hatte. Schon 1479 war der Handel wieder im Gangemit reichlich 17% Gewinn, eben kamen 20 Nürnberger Zentner undman bestellte wieder 40—50 cantar zu 5 3 /s fl- 6 Über die Beziehungenzu den Fuggern, die wohl immer auch auf Absatz in Genua abstellten,wo sie kein Gelieger hatten, sind wir seit 1500 unterrichtet. Die Ab-rechnung lautet auf in Lindau überliefertes Schwazer Kupfer (651 Quin-tal), die zum Preise von 4 fl 17/? 6 hl bis 5 fl 7 ß 6 hl. einen Gesamtpreisvon 2461 fl 9 ß 10 hl. ergaben. Nach Genua zielt auch ein Geschäft mitSigmund Gossembrot, dessen Gesellschaft damals mit den Fuggern KönigMaximilian große Vorschüsse gemacht hatte, von 1497, doch fand man

1 3, 458 ff. 2 3, 389. 3 3, 419.310. 364. 6 3, 4. 258. 339.

4 Jansen, S f 22f. 6 3, 4.14. 22. 250f. 283.