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2 (1923)
Entstehung
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196
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196 Neuntes Buch. Waren. IV. Metalle und Metallwaren. § 117

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Der Ankauf von Kürnt ist von der Gesellschaft selten betrieben worden.Genaue Angaben gibt wiederum Lutz Geßler in seiner Nürnberger Rech-nung 1479/80. 1 Er kaufte innerhalb Jahresfrist 222 Mark 9 Lot = 108 Mark2 Lot 3 Quentchen 2 $ fein für 832 fl 5 ß 7 hl. 2 Der eine der Verkäufer,Karlin von Prag, führt uns wohl sicher nach Böhmen, wo die Silbergrubenreiche Erträgnisse lieferten. Das Kürnt ward nach Ravensburg gebracht.

Auch in Mailand wurde 1477/78 Kürnt verkauft, 3 ebenso 1479 inGenf. 4 In Genua meinte 1479 Geisberg, es wäre besser, als auf Silber sichauf Kürnt zu legen, man hatte das schon öfter geschrieben. In Genuawünschte man möglichst hohen Gehalt an sasy. 5

Einen erheblichen Anteil hatte die Gesellschaft am Kupfer-handel, und sind die darauf bezüglichen Nachrichten für die neuer-dings erfolgreich untersuchte Geschichte der Kupfergewinnung undVerbreitung recht ertragreich.

Die ältesten Nachrichten stammen aus den Jahren 1437 und 1440.Josumpis führte 11 Päßchen und dann 10 bales covre in Barcelona ein,woher es kam, ist nicht festzustellen. 6 1443 stieg die Einfuhr auf 73 Ballen,1476, 1480 kam ein Ballen. 7

Ankauf. In späterer Zeit erfolgte der Ankauf in Nürnberg, Lindau undComo, also an Plätzen, wo selbst kein Kupfererz gewonnen wurde, gleich-wohl ist mehrfach die Herkunft festzustellen. Die Nachrichten über An-käufe in Nürnberg setzen mit 1474 8 ein und laufen bis 1510. 9 Es handeltsich niemals um roh Kupfer, sondern entweder um Saigerkupfer, das aufeiner Saigerhütte mittels Blei von Silber geschieden war, oder um ge-schlagenes Kupfer.

In der Bechnung Lutz Geßlers führt er an, daß er zunächst in 4 Posten109 Zentner 91 U Saigerkupfer von Sigmund Purer, dem Bürger von Nürn-berg, den Zentner für ö 1 ^ fl gekauft habe. Sigmund aber gehörte einerPamilie an, die im Jahre 1502 mit anderen, vorwiegend Nürnbergern, dieSaigerhütte zu Arnstadt in Thüringen übernahm. 10 Es ist sehr wohl möglich,daß schon 1478 diese Pamilie den Ertrag einer Mansf eider Hütte in Verlaghatte. 11 An zweiter Stelle steht Oschenburger Kupfer, das von Hornungfür 6V 2 fl der Zentner erworben wurde, im ganzen nur 10 Zentner 20 U .Den Ort kann ich nicht feststellen. Dann erwarb er in 5 Posten 79 Zentner96 U geschlagen Kupfer vom Glockengießer. 12

Pur den Einkauf in Nürnberg kamen böhmischer, sächsischer und Mans-felder Kupfer in Betracht; seitdem die Pugger in Hohenkirchen in Thü-ringen ihre Saigerhütte eingerichtet hatten, auch ungarisches und Tiroler(Schwazer) . 13 Um dieses letztere wird es sich bei den Ankäufen in Lindau, 14Kempten 15 und wohl auch in Como handeln. 16

1 3, 355 f. 2 Errechnete Summe. Die Einzelposten mit dem Feingehalte 3, 355.8 3, 22. 4 3,129. 6 3, 258. 360. 6 Häbler, ZoUbuch, 392. 400. 7 Vgl. auch 3, 4. 232(8Ballen). 8 3,4. 14. 1477 wurden 40 Ballen (= rund 68Quintal) von Nürnbergaus weggeführt. 9 3, 333. 10 Möllenberg, Die Eroberung des Weltmarktes durchdas mansfeldische Kupfer (1911), S. 16. u Die älteste thüringische Saigerhüttewurde 1464 errichtet. Möllenb er g, S. 6. Damals wurden aber auch in der Nähevon Nürnberg Saigerhütten betrieben, S. 5. 12 Vgl. 3, 344. 355—358. Das Kupferwurde nachRavensburg befördert. 13 Jansen, Mas, Jakob Fugger der Reiche, 138.14 3, 42 f. 298 f. 373. 396. 15 Das Geschäft war von Gordian Suter in Nürnberggemacht, die Erfüllung erfolgte in Kempten. 3, 373. 391 f. 396. w 3, 298. 310.