Druckschrift 
2 (1923)
Entstehung
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173
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Safran. Zucker. Eigenes Kefinador

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Die Gesellschaft betrieb im Jahre 1461 in Eeal de Gandia — in-mitten derHuerta von Gandia—unweit der Meeresküste eine Zucker-fabrik, einen trapig (von trapijar = mahlen). Das Grundeigentumstand Don Hugo de Cardona zu, in dem man wohl den damaligenBesitzer des Herzogtums Gandia zu sehen hat, dessen Sohn in denThronwirren dieses Herzogtums beraubt wurde. 1 In einem gericht-lichen Aktenstücke erfahren wir, daß anfangs 1461 durch die Gläu-biger Cardonas auf den planter de canyes mels, die Kessel und aynes(das Geschirr) des Trapigs von Eeai Beschlag gelegt worden war. 2Demgegenüber stellte Jakob Vizlant, mercader Alemany mercanti-volment resident en Valencia axi com a regent la gran companyie demicer Jons Ompis fest, daß alle diese Dinge Eigentum der Gesell-schaft seien und mit ihrem Gelde erworben, auch der Zucker. DerVerkauf wurde untersagt, auf neue Beschwerde wurde die Bepflan-zung einem Vertrauensmanne zugewiesen, bis die Eigentumsfrageentschieden sei, und als die Moros auch dann noch nicht an dieArbeit gehen konnten, weil die Zugtiere, die dort arbeiten sollten,beschlagnahmt wurden, wurde angeordnet, daß die Tiere sicher seinund die gepfändeten freigegeben werden sollten. Damit endet unserAktenstück.

Die Gegend von Gandia umfaßte in den Tagen Vicianas (um 1550)7 trapigs mit 55 Zuckerrohrmühlen und 96 Siedekesseln, der Holz-verbrauch belief sich auf 400000 rubb Holz, beschäftigt waren darin550 Männer und 220 Saumtiere (acemilas). 3 Man kann also danachdie Größe eines trapig sich vorstellen.

Und vortrefflich war die Lage gewählt; denn gerade in diesenGegenden erhielt sich der Zuckerbau am längsten. Ende Februarbegann die schwere Bestellung der sorgfältig gedüngten Felder,Ende November, nach dem Kalender von Gordova (961) im Januar,das Ernten der Bohre und die Gewinnung des Zuckers währte dann50 Tage, oft aber viel länger.

Wir haben soeben einen Trapig kennen gelernt. Der Name ist mitdem italienischen trapetto identisch, der Dreiwalzenmühle zumBrechen des Bohres. Diese soll 1449 in Sizilien erfunden sein, 4aber auch das ist eine der Fabeln der Erfindungsgeschichte; dennwenn die Erfindung 1449 gemacht wurde, kann nicht 1461 derBegriff schon den Wandel durchgemacht haben; daß auch der Ortfür die ganze übrige Fabrikation damit gemeint wird, wie dieAnführung der Kessel usw. beweist. Die Bavensburger Gesellschaftbezeichnet den trapig auch mit Baffinador und das ist ein neuerGrund gegen die Fabel, die v. Lippmann gründlich zurückgewiesen

1 Imhof, Kecherches historiques et genealogiques des Grands d'Espagne1707 (43). 2 3, 518—521. 3 Espana. "Valencia 2, 669. 4 v. Lippmann, Ge-schichte des Zuckers (1890), S. 217. Neben diesem ausgezeichneten Werkevgl. auch Wiedemann, Sitz.-Ber. der phys.-med. Sozietät Erlangen 1915,S. 83—89. Bericht Nuwairis über Anbau und Fabrikation.