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172 Neuntes Buch. Waren. III. Spezereien. Südfrüchte. 1. 2. Kapitel. § 112.113
Mit 140000 & Nürnberger gleich etwa 517 Saumlasten dürfte diein den Handel kommende Mittelernte Europas angegeben sein.
Bei den Preisen zeigen alle Sorten im Ankaufe wie im Verkaufungemein große Unterschiede, die oft hart beieinander liegen. Lehr-reich ist es noch die Wertschätzung an vergleichenden Angaben fest-zulegen: 1507 ist auf der Frankfurter Fastenmesse bei hohen Preisendie Eeihenfolge Zima, Tuschgan, Ort, Marokin, Brunikel, 1500 aufder Herbstmesse Marokin, Ort, Brunikel, Balaguer, in Lyon auf derOstermesse 1515 Zima, Marokin, Tuschgan, in Antwerpen 1507 Zima,Tuschgan, Ort, Mekolin (Marokin), Brunikel.
Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß der Zima als der beste galt,dann ringen Tuschgan, Aragonischer Ort und Marokin miteinander,auch Lyoner Ort, am Ende stehen Brunikel und dahinter Balaguer.Dabei muß man aber auch immer die Angaben Baumgartners imAuge behalten.
Bei diesem riskanten Geschäfte spielte die Konkurrenz der Sorten,ihre sehr verschiedene Aufbewahrungsfähigkeit, wo der Arago-nische Ort den Preis hatte, vielleicht auch die innere Kraft der Sorten,die nie ganz zu berechnende Nachfrage neben dem Ernteertrag einesehr bedeutende Bolle. Auf die Sammlung der Nachrichten über dieErnteaussichten und die Ausnützung der Termine ist auch schonhingewiesen worden. Vor der Ernte war die Spannung am größten.Die Gesellschaft hat aber doch die Vorstellung vom justum pretiumauf diesen Spekulationsartikel angewendet, der Balaguer geht mit12—14 ß, der Ort mit 25—27 ß im Gleichen, mit 30 erhält er denStoß. So tief saß diese Anschauung.
Zweites Kapitel
Aus Spanien stammende Lebensmittel
§ 113. Zucker. Älteste Nachrichten. Eigenes Refinador in Real de Gandia. Technik.Sorten. Bedeutung des Valencianer Zuckers. Ankauf und Vertrieb. Verpflanzungnach Madeira. Das Zuckerhaus aufgegeben. Der weitere Handel. Melasse, Sirup.
Die ältesten Nachrichten über diese Ware haben wir wieder ausBarcelona. 1432 führten die Jos Humpis 11 Fäßchen Zucker im Ge-wicht von 5 carregua (a 3 Quintal) und 3 arrovas im Werte von 223 Uaus. Die Sendung legt den Gedanken nahe, daß damals die Gesell-schaft in Valencia noch kein Gelieger hat; dann aber müßte diesesbald darauf eingerichtet worden sein, denn später wurde von Barce-lona kein Zucker mehr versandt.
Die Geschichte des Zuckerhandels der Bavensburger zeigt, wieoben ausgeführt wurde, die Folgen der ersten großen Entdeckungs-fahrten, die von Portugal ausgingen.