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2 (1923)
Entstehung
Seite
170
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170 Neuntos Buch. Waren. III. Spezereien. Südfrüchte. 1. Kapitel. § 112

Eine Hauptstätte dieser Verfälschung war Katalonien, besonders dieGegend von Cervera. Dort machte man den Contraf et; da er aber seltenerwurde, meinten die Eavensburger, man setze ihn nun dem Orte zu.

Im Jahre 1479 kam der Leiter des Nürnberger Geliegers, Hans Hillen-son, trotz der Exekution von 1478 auf die Meinung, man werde, wennman im gleichen dazu komme, in Nürnberg wohl etwas an ihm verdienen.„An solch abenteurigem Safran wird zu Zeiten viel gewonnen," meintedie Leitung und gab den Auftrag, 1 oder 2 Ballen zu kaufen. Richtigkam ein Ballen von 188 t6 Gewicht von Cervera. Die Leitung hatte abernicht den Mut, ihn zum Verkauf nach Nürnberg zu bestimmen, sondernsandte ihn nach Prankfurt. In Lutz Geßlers Rechnung steht sein Ein-treffen am 22; März, am 4. April ging er aber nach Flandern ab. Manhatte ausgerechnet, daß er in Prankfurt 2 fl 12 ß rh. wert sei.

In Flandern hatte er einst guten Boden gefunden, aber auch da wollteman nicht recht daran. Auch hat das dortige Gelieger zwei Jahre hinter-einander schlechten erhalten. Gleichwohl gab die Gesellschaft 1480 denAuftrag auf 2 Ballen (erste Ballen). 1

Später taucht dieses Abenteuer nicht mehr auf.

Über die Verpackung und das Gewicht ist es möglich, folgende An-gaben zu machen.

In Aquila wurden nach Baumgartner gewöhnlich die Saumlastenzu 500 U gemacht, tatsächlich finde ich bei der Gesellschaft solche zu452 U und 497 U. Im Ballen machte man gewöhnlich 5 Stümpfe zu45 U = 225. Das & wog 0,33 915 Kilogramm.

In Casalmaggiore betrug nach Baumgartner die Saumlast gemein-hin 450 U des dortigen Gewichtes, tatsächlich finde ich den Ballen zu2027a, 212 und 215 U, die Saumlast also im doppelten Betrage.

Pulscher Safran, der in Mailand gekauft war, enthielt im Saum imeinzigen kontrollierbaren Palle 492 U Gewicht von Mailand.

In Lyon machte man die carga nach Baumgartner zu 300 U Lyonergleich 250 U Nürnberger, tatsächlich finde ich einmal 2 Ballen (= 1 Saum-last) zu 340 U 27a Unzen. Es kann sich, da in Lyon der französischeSafran nach Lyoner Gewicht, der auswärtige aber nach Genfer Gewichtverkauft wurde und in diesem Falle es sich um Lyoner Ort handelt, nurLyoner Gewicht gemeint sein. Nach dem Verkaufe ergibt sich im Ver-hältnis von 100 zu 80,67 Nürnberger, die Angabe Baumgartners undMeders erforderte 83,3 Nürnberger.

In Aragonien machte man nach Baumgartner gewöhnlich die Saum-last zu 2 Ballen ä 5 Stumpf zu 400 U Aragonisch = 300 U Genfer Gewicht.Die Gesellschaft machte sie zu 360 U , erwog aber auch zu 400 solche zumachen. 2 Tatsächlich finde ich zu 200 U nur 6 Ballen, ebenso viele biszu 180 U, aber 23 zu 180 U , bis 175 U einschließlich 23, darunter 6. DieGesellschaft machte die Saumlasten also etwas leichter. Das Gewichtder Carga war gleich 151,632 Kilogramm, des U gleich 0,351.

Auch für Katalonien für beide in Frage kommenden Gewichte gibtBaumgartner Auskunft. Das von Cervera, nach dem vielfach die Sortevon Balaguer verkauft wurde, vergleicht er mit dem von Lyon; Cervera1177 2 u = L y° n 10 ° = Nürnberg 83,3. Das ergibt 100 U Cervera

1 3, 142. 175. 190. 346. 357. 360f. 427. 2 3, 169, vgl. 391.