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2 (1923)
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124
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124 Neuntes Buch. Waren. I.Webwaren. S.Kapitel. § 104

Fünftes Kapitel

Seidenstoffe und Seide

§ 104. Seidenstoffe. Taffet. Atlas. Samt von Genua, Florenz und Mailand.Karmoisinsamt.

Die Herstellung von Seidenstoffen, die am besten untersucht ist,ging vom Orient aus, hatte aber längst in Italien, Spanien, in Paris,in Köln und Zürich Fuß gefaßt. Die Gesellschaft kaufte nur in Italienund dem zunehmenden Verbrauche entsprechend immer mehr.

T a f f e t ist ein glatter, auf Leinwandart gewebter Seidenstoff, wozunur feinere Gattungen von Seide verwendet werden. Der Namerührt aus Persien her. Im Spätmittelalter wurde er auch im christ-lichen Abendlande hergestellt. Hier kommen Maüand und Genuain Betracht. Baumgartner schreibt von diesem Stoffe: Man verkauftihn nach dem Gewichte und gibt die Unze um 15 in 20 ß Genueser.So verkauft man die cordello shetto (schmal) das Stück um 11in 12 ß, die gut sind.

Für Konrad Humpiß hatte man 1507 20 Ellen Taffet in Maüandgekauft, man schrieb ihm dafür 74 U 8 ß zu. 1 In Genua ward dieserStoff schon 1497 gekauft. Aber die Gesellschaft hatte keinen Erfolgmit allen Versuchen in Frankfurt, Nürnberg, Köln, Antwerpen undLyon. Sie hatte nie einen Erfolg. Sie waren immer zu teuer, dieElle dürfe in Frankfurt nicht über 1 fl kosten; die Polen kauftenim allgemeinen viel, aber sie hatten ihre Farben und wollten für1 fl 2y 2 Ellen haben. Es gab schmale und breite, 7 schmale Stückewogen 23 U 6y 4 Onz. Die Unze kostete 21 ß, der Gesamtpreis beliefsich auf fast 293 U Maü. Die meisten Taffete waren schwarz, andererot. Immerhin hatte man in Genua 1507 Taffet in Auftrag gegeben.Da an keinem Ende ein Profit zu sehen war, gab man das Geschäftwohl auf, nach 1507 fehlt jede Nachricht. Es war eben ein Stoff,der nur von großen Herren getragen wurde. Ein Stück hatte 174Palmen = 60 y 2 Antwerpener Ellen. 2 Die berühmten BologneserTaffete wurden von der Gesellschaft nicht geführt.

Der Atlas (raso, zentonino) ist ein Seidenstoff, für den seineKöperbindung charakteristisch ist. Diese besteht aus mindestens5 Kett- und 5 Schußfäden. Sie gibt eine glänzende Oberfläche,die künstlerisch am ehesten bei der Seide zur Geltung kommt.Heimat China oder Indien.

Bei der Gesellschaft ist Atlas nur selten vertreten. GenueserAtlas wurde 1497 auf der Frankfurter Herbstmesse feügeboten,fand aber keine Käufer. 3 1480 kaufte Mailand für Noffre und HansHumpis. 4 Baumgartner schreibt über die Ware: Atlas heißt man zu

1 3, 320. 2 3, 305. 318. 323. 368. 371. 374. 377. 392. 434. 440. 446. 3 3,368. 4 3, 267.