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2 (1923)
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114
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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 4. Kapitel. § 102

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Das ist ein durchschnittlicher Erlös von 5 fl G ß, der Unterschiedim einzelnen sehr erheblich, der Stückpreis schwankt zwischen 3V 2nnd 10 fl. 1

1478 war in Nürnberg der Bestand 1 Ballen mit 100 Stück. 21480 blieben 39 Stück übrig. Von der Frankfurter Herbstmesse1497 kam der Bericht, wir haben den Arras wieder nach Nürnberggeschafft, sie sind 10 ß zu teuer. Ihr habt nie etwas daran gewonnen. 31527 kamen von Antwerpen nach Frankfurt 12 Stück schwarzarlas (auch arslas) zu 24—34 ß das Stück. Nach dem Preise zu ur-teilen, handelt es sich um Arrase. 4 Wenn mitunter die Gewinneauch 12, 15 und 20% ausmachten, so drückte die gewaltige Kon-kurrenz in dieser sehr beliebten Ware wohl meist den Preis.

Sayetterie. In dem Valencianer Zollregister von 1503 erscheinen3, in dem von 1506 8 Ballen sayes. 5 Sie kommen 1503 aus derBichtung von Genua, 1506 aus der von Aigues-Mortes. Saya istspanisch ein Wollstoff, sayal ein grober Wollstoff. Sayettengarn istheute ein Halbkammgarn.

Auf der Frankfurter Herbstmesse sollte man für die Humpissin,,ain sägen" kaufen 4 Ellen lang. 6 Das ist wohl derselbe Stoff.4 Ellen „schmal sagia" brachte Andreas Sattler von Brügge heim.Für seigen legte die Gesellschaft einer Humpiswitwe 1 fl vor. 7

Im Hansischen Urkundenbuch begegnen saye mehrfach. 8 Es warein leichtes, aber dauerhaftes Zeug aus feiner langer Kammwolle,auf der rechten Seite glänzend gepreßt, und diente vor allem alsUnterfutter. Die Hauptherstellung hatte ihren Sitz in Arras, durchdie Vertreibung der ganzen Bevölkerung durch Ludwig XI. (1479)verbreitete sie sich auch weiter, während sie schon vorher auch inder Nachbarschaft Fuß gefaßt hatte, namentlich wird Hondschotengenannt. 9

1438 wurde vom Meere her in Barcelona ein Ballen sarzils ein-geführt, der nur eine sehr billige Ware gewesen sein kann. Sargilbedeutet katalanisch einen groben Wollenstoff.

1475 wurden in Frankfurt für Hans Humpis 2 sergen einge-packt. 10 Serge, im Niederdeutschen früher meist Sardok genannt,ist heute ein Futterstoff in Köperbindung von verschiedenen Artenvon Fäden, oft auch gemischt, es gab auch Wollenserge; Sarze vonFlandern (schmal und breit) gingen bis nach Venedig und Damas-kus. 11

In das Kunstgewerbe führt uns die Tapisserie ein, die vielfachvon der Gesellschaft geführt wurde. Dieses Wort wurde zunächstauf die Händweberei von Teppichen (tapis) bezogen, übertrug sichaber auch auf die kunstvollen Webereien, die auf einem Webestuhle

1 3, 349. 2 3, 337. 341. 3 3, 362. 369. 4 3, 400. 5 3, 531 f. "3,365. '3,353.404. 8 5, Nr. 731, 1 usw. 9 Vgl. Maugis, La saieterie ä Amiens 1480—1587,Viertel]ahrsschr. f. Sozial- u. Wirtschaftsgesch. 5, 1—115. 10 3, 20. Vgl. auch3, 341. « Pasi, S. 78. 202.