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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 4. Kapitel. § 102
gewebt, und Krümpelrasch, aus kurzer Wolle durch. Krümpel ver-fertigt. 1 Meist wurden schwarze bevorzugt, doch gab es auch weißeund von vielen anderen Farben. Nach Südeuropa 2 gingen nurschwarze und tannete, so dunkel, daß man sie von schwarz nichtunterscheiden konnte, einige Male auch weiße und „pell de Lyon". 3Neben den gemeinen Axras gab es auch ganz feinen, den sich dieälteren Herren und Damen der Gesellschaft auf den FrankfurterMessen oder wohl auch in Brügge kaufen ließen, stets von schwarzerFarbe. 4
Die Produktion wurde durch die Erbstreitigkeiten nach dem Aus-sterben der Burgunderherzöge schwer getroffen, Ludwig XI. hatdie Bewohner vertrieben (1479), und darunter litt das kunstvollereGewerbe der Stadt, die Tapisserie, auf das allerschwerste; auchdieses einfachere Handwerk mußte, wie unsere Quellen bezeugen,schon 1477 die Erzeugung einschränken. 5
Gekauft wurden die Stücke in Brügge und auf den benachbartenMessen, die Preisangaben beziehen sich auf das ganze Stück. DiePreisdifferenzen beim Ankauf waren sehr erheblich.
1504 wurden nach Saragossa und Valencia je 3 Ballen schwarz ver-packt, sie enthielten 102 Stück: 4 zu 22 ^, 20 zu 25, 30 zu 28,14 zu 30,14 zu 40, 12 zu 48, 8 nach Saragossa gehende für 70 «öj. Der Gesamt-preis der 51 nach Saragossa gehenden belief sich auf 98 Ü 12 ß, mit Ver-packung auf 100 U 5 ß. Der der 51 nach Valencia gehenden auf 78 U9 ß, mit Verpackung auf 80 U 13 ß. Der Durchschnittspreis für diesTuch 1 U löVs ß- Sehr viel teurer waren die nach Eavensburg gleich-zeitig abgesandten 58 Stück: die Preise sind 44 ,3}, 48, 58, 59, 64, 74,82, 100 und 110. Der Gesamtpreis mit Verpackung beläuft sich auf197 U 18 ß 10 3i, der Durchschnitt auf 3 U 8 ß 3 ,S,. 6
Von Eavensburg gingen die meisten Stücke wohl nach Genuaweiter. 7 In der Tat hat Genua immer nach guten und teurenSorten verlangt, in den älteren Papieren tritt Genua wenigerhervor, immerhin verlangte man einen Ballen, vor allem Tuchvon Hondschoten (auch etliche Stücke tanat eschur) und 40—50Stück weiß Arras für einen Toskaner. 8 Aber in der Zeit HansKloters war es anders. „Gegen den nächsten Sommer kann manuns nicht genug senden, insonders der feinen." 9
Man hatte in 3 Ballen 50 Stück tanet Arras, das Stück im Durch-schnitt zu 27 U 18 ß, also für 1395 U Gen., sie waren schlecht für ihrGeld und viel zu heiter von Farben. Man verlangte dunkle, die man
1 Koppmann, Hans, Geschichtsblätter, 1897, S. 194. 3, 260. 271. 2 Aus-fuhr nach Venedig, Pasi 202. 3 Am beliebtesten waren dann braune, rote,grüne, schilcher und blaue (bimmelblau und dunkelblau unterschieden), endlich„nagel". 4 Georg Geisberg für seine Mutter, 3, 265, ferner 3, 336. 338 f. (feineSorten), für Muntprat, Humpis, Geßler, Kudolf, 3, 353, Hans Hillenson, 3, 384,Polle Zwick, Hans Cloter, Moritz Hürus, 3, 436, Andreas Sattler, 3, 433. 5 3, 58(Herstellung nach Brügge verlegt), 186. 416. 6 3, 435 f. 7 3, 383. 8 3, 259.fl 3, 271.