Englische Tuche. Arras
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Die Vorgeschichte dieses guten Geschäftes bietet uns jener BriefHans Hülensons, der die oben erwähnten Gedanken entwickelt. Erschreibt von Antwerpen. Noch sind die Engländer nicht da, aber manhört, sie gäben den Pack guter Tücher zu Calais um 41 1 / 2 U , da würdedas Stück gen Frankfurt gelegt 23 fl kosten, bei solchem Preise würdeer kein Tuch kaufen. In Brügge sollten die ersten Ankömmlinge 46 Uum den Pack gefordert haben, über 44 U wollte er nicht gehen.Während der Messe müssen die Preise noch zurückgegangen sein. 1
Im Sommer des Jahres 1507 hatten Hülenson und Ernlin ihreNot mit dem Gelde. Noch waren die Engländer nicht gekommen,aber sicher erwartete man sie zu der Messe von Middelburg, da mannicht einen Groschen hatte, rechneten sie auf ein Stichgeschäft mitSamt und Zwüch. 2
Die letzten Nachrichten gehören dem Jahre 1511 an. Zu Anfangder Frankfurter Herbstmesse stand der Preis auf 18 fl. Das WienerGelieger, das noch 12 1 / 2 Tuche besaß, wünschte, daß man zu solchenPreisen ihnen 50 lynsche oder englische Tuche gekauft hätte,gute breite Tuche von ihren Farben wollten sie viele schleißen. 3
Linsch Tuch gehört zum englischen. 4 An Farben werden ger-annt:schwarz, rot, weiß, lichtbraun, grün und tanet. 5 Ein Drittel einesschwarzen Worstead (Grafschaft Norfolk, glatt aus Kammgarn)hatte Andreas Sattler. Auch Hinderofen Heß von Frankfurt etlicheEllen wursat kommen, und wenn Genua 1505 mit anderen Gewebenaus Flandern 6—8 Stück fein schwarz Bursat bestellte, so handeltes sich wohl um dieselbe angesehene Ware, die vor allem zu Wamsenund Hosen verwendet wurde. Schwarze Ostada 4 Stück wurden inGenua gewünscht. 6
Von Frankfurt aus bestellte man in Flandern an englischen Tuchennach der Herbstmesse 1497: 70 in 80 Tuche, Herbstmesse 1503:40 in 50, Fastenmesse 1507: 50 in 60, Wien verlangte 1511 50, beibilligen Preisen 60 Stück.
§ 102. Andere Wollwaren. Arras (Rasch). Sayetterie. Sarzils. Serge. Tapisserie.Bettdecken. Mützen und Hüte.
Von der Hauptstadt der Grafschaft Artois, von Arras hat zwei-mal der Ortsname sich als Warenname durch die Lande verbreitet.Hier haben wir es zuerst mit den leichten, nur im Sommer getra-gegen Wollenzeugen dieses Namens (Arras, Easch) zu tun, die nurin Atrecht — wie damals die Deutschen sagten — und in ein paarNachbarstädten — Valenciennes, Lembeke, Hondschoten, Oambraiund Brügge werden in unseren Quellen genannt — hergestelltwerden. 7 Man unterschied Zeugrasch, aus langer Wolle mit Kämmen
1 3, 441. 443. 2 3, 448. 3 3, 452 f. " Ein solches gutes rotes bestellt fürJakob Hinlin nach Lindau, 3, 376 Vgl. 3, 452. Für Joachim Weyermann, 3400. 6 3, 368. 375. 378. 6 3, 20. 293. 300. 404. ' Die Einleitung von Guesnon,Le livre rouge 1898, und Parenty, Les corporations ouvrieres de Arras, 1868,waren mir nicht zugänglich.