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HO Neuntes Buch. Waren. I.Webwaren. 4. Kapitel. § 101.102
bis zum englischen Stapel, der sich in Calais, das damals noch imenglischen Besitze war, befand. 1 ,,Wollt Ihr mit Tuch umgehen,so muß man sich anders im Handel richten. Nach meinem närrischenAnsehen" — schreibt Hans Hillenson — „täte der Eecht, der auchzu Calais kaufte wie andere Leute und der alle Messe 4 bis 500 Stückführte, wie die Fütterer, Höchstätter und Welser es tun. Was sollenwir da hier kaufen von denen, die selbst auch ihre Waren gen Frank-furt senden und dort verkaufen. Ihr könnt nicht wohl neben ihnenhingeben: das andere würde aber großen Nutzen tragen." 2 Aberdazu fehlte es in Antwerpen damals an barem Gelde. „Auf solchenDingen genießt einer das bare Geld, an 2 U g° auf einen Tag. Nunhaben wir nicht einen ,3}." 3 In deutlichen Worten gehen diese be-deutsamen Äußerungen auf den Kern der Dinge: man muß mög-lichst tief an die Quelle selbst heran und muß mit großen Mittelnarbeiten.
Die Gesellschaft hat diesen Schritt nicht gewagt, so ist der Zu-stand des Handels, der anderen großen Nutzen abwarf, wenig erfreu-lich. In Genua begegnen uns auch einmal 2372 Stück im Werte von1257 t6 Genues. Man rechnete sicher auf Verkauf. 4; In Frankfurt war der Verlauf der Messen sehr verschieden. Aufder Herbstmesse 1497 wurden von 5372 Tuchen 45 verkauft. Hätteman mehr gehabt, so wären sie auch alle verkauft worden, es warnicht zu viel Gewandes auf dem Markte. 5 Die Herbstmesse 1500verlief hingegen ungünstig, man hatte dieses Mal weit mehr Tuche,verkaufte aber nur 3972- Man gab in der Messe die Tuche um 17 flund minder, daß es eine Schande war. Den Eavensburgern bliebaber eine Hoffnung, die Herren hatten ihnen geschrieben, sie wolltennicht Knechte umsonst sein. Für die übrigbleibenden Tücher wurdeihnen die Weisung zugeschickt, gegen 50 Stück an Moritz Hurusnach Konstanz zu senden, das übrige nach Nürnberg. Sie rüstetennun in der Tat 3 Terlinge (ä 15 Stück) her. 6
In der Herbstmesse 1503 bestand man ehrbarlich an 3472 "ver-kauften Stücken, der Best (267 2 Tuch) waren schlechte und schmaleTuche, die nicht 18 fl wert seien. 13 sandte man nach Nürnberg,das geduldig den Ladenhüter der Frankfurter Messen spielte. 7 Inder Fastenmesse 1507 hatte die Gesellschaft so gute Tuche, wie sieihr Faktor in ihrer Gewalt noch nicht gesehen hatte. Sie warenteuer eingekauft, aber da sie überlang waren, so trugen sie einenehrbaren Gewinn von 200 fl; da 46 Stück zu 24 fl, 8 zu 25 verkauftwaren, ergibt das einen Gewinn von 16%. Während auf dem Marktemehr Tücher unverkauft geblieben waren als in vielen Messen,hatten die Bavensburger ihre letzten 8 Stück an Gordian Suter zu25 fl gegen Kupfer verstochen. 8 Nürnberg erhielt auch wohl direkteine Sendung aus Flandern. 9
1 3, 441. 2 3, 441 f. 3 3, 448.378. ' 3, 383. 387, 389. 8 3, 392.
4 3, 269. 271.293. 300.394. • 3, 368.
3, 368. « 3, 375.