Wolltuche. Gemalte Tuche. Englische
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den Prior der Karthäuser wurde ein Amsterdam für 10 fl 3 ß ge-kauft. 1 Aber auch die Gesellschaft führte sie. 1510 sollten sie inFrankfurt für 11 fl verkauft oder nach Nürnberg geschoben werden. 2
In Privatbestellungen in Frankfurt erscheint für Flandern auchein Stück tulichst Tuch (für Konrad Humpis), also von Tour? 3Weiter gingen nach Eavensburg V-j z viersch Tuch, kosteten 11 U15 ß. Genua hat 1507 6 1 / 2 Ellen mit frisa auf Lager, hatten 6 U10 ß Genueser gekostet. 4
Gemalte Tücher. 1429 führten die Josumpis in Barcelona einenBallen draps pintats im Werte von 36 U ein. 1443—80 wiederholensich Sendungen von draps de pinzell, was aber auch mit großemAnfangsbuchstaben geschrieben wird. 5 Da es aber 1469 drapetsde oratoris de pinzell (öfter ist aber de Pruzell oder puizell gelesen)heißt, so sind vielleicht das auch gemalte Tücher gewesen, dochkann man auch an Brüssel denken. Andere Deutsche führten sieauch 1430 nach Saragossa ein. 6 Am öftesten finde ich gemalteTüchlein und gemalte Kleider in Flandern angekauft für einzelneGesellen. 7 Man wird also an Zeugdrucke denken müssen oder anhandgemalte. Gemalte Kleider bestellte 1480 Valencia. 8 Wenn dieFrau von Nidegg in Frankfurt „ein alterary drap di fl 6" bestelltund dabei unsere Frau Petrus und Paulus erwähnt wird, so handeltes sich vielleicht um ein leinenes gesticktes Altartuch. 9 Die kunst-gewerbliche Forschung wird diesen Nachrichten vielleicht einigesabgewinnen können.
Das englische Tuchgewerbe hat das rein der Urproduktion die-nende Land zuerst zum Großgewerbe geführt und der Vertrieb dieserschon im 15. Jahrhundert vortrefflichen Gewebe hat dem englischenKaufmann das Festland erschlossen. Auch diese Vorgänge findenin unseren Papieren einen Widerschein. Die älteren nennen dieseTuche nur selten, da kauft ein erfahrener Konstanzer Geselle fürsich privatim 2 halbe englische Tuche, 55 U wert, und 1478 hat dasBrügger Gelieger 10 feine englische Tuche. 10 1478 war ein Terlingenglischer Tuche bei Neuß angehalten worden. 11
Nach der Lücke unserer Akten ein ganz anderes Büd! Der An-kauf umfaßt nun große Beträge; Genua, Frankfurt und Wien sinddie Stätten des Verschleißes, und die Vertreter in Brügge legen denHerren von Eavensburg den Gedanken vor, nicht dort zu kaufen,wohin der letzte Engländer sich damals vorwagte, sondern der eng-lischen Ware soweit entgegenzugehen wie nur irgend möglich, also
1 3, 385. 2 3, 375. 3 3, 400. 4 3, 314. 436. Über Pries bringt das hansischeUrkundenbuch, Bd. 8 und 9, viele Nachrichten. 5 Häbler 3, 514. 528f. (3 StückWert litf 1 ß, 7 drapets de oratoris de pinzell = \U, 26 draps = 2% 18 ß BrüggerWährung), 530. 6 3, 506. 7 Für Bürgermeister Hans von Nidegg eine Rolle Tüch-lein, 3, 400. Otmar Schläpfer 4 gemalte Kleider 23 "66, Thomas im Steinhaus eingemaltes feines Kleid 5 U , Andreas Sattler ein gemaltes Kleid, 3, 404. Derselbe14 Stückle gemalte Kleider, 3, 433. Für Roland Muntprat 3, für Lütfried von Ulmund Claus im Steinhause 3, 3, 436. 8 3, 108. 9 3, 384. 10 3, 404, 417. "3, 334f.