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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 4. Kapitel. § 101
es Geisberg gewünscht hatte. Die Erfahrungen der Niederländerseien schlecht genug, die 3 oder 400 feine Tuche zu Neapel und Genuahätten; sie hätten sie ihm auf Tausch angeboten. „Wer zu Genuamit Gewand umgehen will und die Zölle nicht umgeht oder beiNacht stiehlt, kann nicht viel gewinnen und muß noch lange borgen. 1
Die teuersten waren die feinen Tuche von Kortryck, die vonmartzwoll, marscha bezeichnet werden (13 U), und dann die voncaschga weis, chazwoll, von 10 Quartieren (9 U 10 ß), dann gab esTuche von 9 Quartieren (7 U 10 ß), und die beiden letzten Sortenhießen auch Beiarte. Diese Bezeichnungen kann ich nur zum Teilerklären. Caschga weis hat mir viel Kopfzerbrechen gemacht, viel-leicht sind es mit einer Schelle (kat. cascavel) bezeichnete Tuche.Ein Drittel eines feinen Brüggeschen Tuches kostete 2 U 6 ß 6.Es war allerfeinster Stoff, den nur große Herren trugen. Grauesbrüggesches Tuch kostete 6 %, schwarzes 1 fl 3 %°. Menins (ge-siegelt, wert castax, stamet) standen im Preise höher 2 wie die vonAlost, falls wir die Bezeichnung Aloines, halmin, Alunisch, Alba-nische, auf diese Stadt beziehen dürfen (fein 1 U). Von VrischTuch (von Furnes oder friesisch?) kosteten l x / 2 Stück 11 U 15 ßLamki waren sehr teuer und rar. 3 Bei diesen ist wohl an leicht ge-webte Stoffe (Sayette) aus der Herrschaft Lembeke bei Eecloo zudenken. 4
Nach Frankfurt, wo mehrfach Brüggesche Tuche verhandeltwurden, 5 kamen auch, doch nur selten, in das Lager der Gesellschaftaus B r a b a n t Tuche von Mecheln und Herentals. 6 Die Mechelnschenertrugen 23, 24 und 25 fl, während die Herentaler mit 12 und 13sich begnügen mußten. Tuch von Antwerpen ist einmal genannt,aber im Privatbesitze Clement Ankenrütis. 7 Tuche aus den benach-barten deutschen Orten Aachen oder Düren wurden von der Gesell-schaft nicht geführt.
Als Umschläge beim Packen finden sich in der Nürnberger Bech-nung von 1479/80 Bauwen Tuch und Hurlusch (Hülusch) Tuch.Von letzterem kostete ein halbes Tuch 6fl. 8 Es handelt sich um Tuchevon Hüll. Ebenso finden sich 11 Ellen grob „Friß" agr° 6. AndreasSattler nahm gleichzeitig von Brügge 20 Ellen Frieß heim. 9
Aus Flandern ließen sich Rudolf Muntprats Frau ein Tuch,Noffre Humpis ein blaues Tuch, Paule Schindelin 6 Ellen feinbrüggisch grau kommen. 10
Mehrfach begegnen „Amsterdamer". So wird ein Stück alsTuch bezeichnet in der Privatbestellung für Konrad Humpis. 11 Für
1 3, 418. Vgl. 315. 2 1 Stück fein Menin kostete 7^3/8 und 8». 3 3, 40.116. 158. 193. 415f. 431. 436f. * Espinas et Pirenne, Eecueil de documentsrelatifs ä l'histoire de l'industrie drapiere de Flandre 2, 347. 349. 5 3, 416.6 3, 13. 16. 344. 349. 360. ' 3, 404. Palle Schindelin bezieht feines grauesBrüggesches Tuch. Ebenso Noffre Humpis dunkles grünes, 337, blaues, 425.Andreas Sattler 5 Ellen fein 433. 8 3, 344. 350. 9 3, 404. 10 3, 346. 404.11 3, 400, Prankfurt.