Canemasserie. Barchent
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Ausfuhr, so sonderbar es erscheint. Sehr viel wichtiger ist es aber, daß209 Ballen von Savoyarden eingeführt wurden,-und das einzige großeGeschäft machte Pero Falco mit 120 Ballen Einfuhr. Savoyardenund Oberdeutsche hatten sich einst zusammengetan, um das Dretreal einzurichten! Wir begreifen jetzt die Gemeinschaft der Inter-essen und glauben, daß Claus Bützel nicht der erste war, der sich inBourg aufhielt.
Der Bückgang der Einfuhr von Canemasseria von 1500 an scheintmir auch aus den Barceloneser Zolltarifen zu folgen. Der des 15.Jahr-hunderts kennt, wie wir sahen, viele Orte. Der von 1547 nur nochMascones crudos und prensados, von 1576 Charolais, 1636 Belles-vües blancas y crudas und Mascones prensados. 1
Zum Verpacken diente Canevas (canvatz, grob chanwatz), cana-vatz, canefazo. 2
Drittes Kapitel
Mit Baumwolle hergestellte Webwaren. Baumwolle
§ 99. Barchent. Herstellung. Barchent von Memmingen, Kaufbeuren, Augsburg,Biberach, Ravensburg, Ulm, Mailand, Ghambery. Verkauf in Spanien. Schürlitzvon Basel.
Barchent (in Basel Schürlitz genannt, im Hansischen auch Sardok)ist ein Gewebe, das aus leinener Kette und baumwollenem Schußmeist in Köperbindung hergestellt wird. 3 Es gelang erst spät einenbaumwollenen Faden herzustellen, der die bei dem Weben in denKettenfäden entstehende Spannung ohne zu reißen, aushielt; sowar man zu der Herstellung eines solchen Mischstoffes gezwungen.Wenn man die auf der rechten Seite freiliegenden Baumwoll-fäden rauht, so entsteht eine wollartige warmhaltende Ober-fläche und wird aus dem glatten ein rauher Barchent.
Die Herstellung von Barchent (fustagno) wurde vor allem in Ober-italien betrieben, es kommen da besonders Piacenza 4 und Mailandin Frage. In Deutschland war Barchentweberei vor allem in Ulm, 5Memmingen, Biberach, Kaufbeuren, aber auch in Ravensburg,Konstanz, Augsburg und Basel heimisch.
1 Capmany, Memorias historicas, 4, 2. 52—57. 2 Die Elle zu 2 1 / 2 g l> , 3, 404.Vgl. 3, 400. 435. 440.
3 Vgl. die klaren Ausführungen von Westermann, Zur Geschichte derMemminger Weberzunft und ihrer Erzeugnisse im 15. und 16. Jahrhundert.Viertel]ahrschr. f. Soz. u. Wirtschaftsgesch., 12, 385—403. 567—592. WeiterNübling, Ulms Baumwollweberei im Mittelalter, 1890; Ulms Handel undGewerbe, 1900.
4 Vgl. Schulte 1, 2. Eegister unter Piacenza. 6 Der Andalusier Tafur er-wähnt sie als ihm wohlbekannte Ware: „all! se fazen los fustanes que dezimosdolmo". Andancas e viajes. 8, 268.
Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. II. 7