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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 3. Kapitel. § 99
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In den oberschwäbischen Städten (Ulm, Memmingen usw.)worden die Stücke geschaut und dann nach der Qualität mit demSchauzeichen versehen, die besten mit dem Ochsen, dann mit demLöwen und der Traube. Den schlechteren Tüchern wurde ein Fehler-verzeichnis mitgegeben, solche Stücke hießen dann Brief. Bei einersorgfältig gehandhabten Schau wurden die einzelnen Stücke ver-tretungsfähig. So gut wie ein Stück Brot ein anderes vertreten kann,.so war es auch bei dem Barchent gleicher Sorte. Da nun die Barchent-stücke gebleicht wurden, so ergab es sich leicht, daß die Tuche ver-wechselt wurden, und daraus entstand in Ulm der BarchentwechseLDer Bleiche wurden nur die besseren Stücke überwiesen, in Mem-mingen waren Traube und Brief davon ausgeschlossen. Wie bei derLeinwand wurden die Farbtücher in ,,Schetter" zerschnitten.
Eine besondere Art von Barchent waren in Memmingen und wohlauch in anderen oberschwäbischen Städten die Begenstücke, die denBarchentschauern, nicht den Leinwandschauern vorzulegen waren.Begenstücke hießen sie, weü sie dazu verwendet wurden, um beiRegenwetter zu dienen. Man schnitt für den Kopf einen Schlitz undHeß die erforderlichen Längen vorn und hinten über den Körperhinunterhängen.
In Memmingen werden mit den Begenstücken zusammengestelltdie Buggenschin, buggenschin, buccaschin, also die Buckskin. Esmuß wenigstens in Memmingen ein aus Baumwolle hergestellter ver-filzter Stoff gewesen sein. Zu diesem Zwecke wurden sie dem Walkenunterworfen.
'Memminger Barchent war sehr weit verbreitet, so findet er sich1401 in Köln. 1 Der Ankauf von Memminger Barchent durch dieGesellschaft hat sich in 14 Monaten 1515/1517 folgendermaßen ab-gespielt. Es wurden gekauft:
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46 Tuch Ochsen, zu3».............' . 138. — —
76 „ Löwen, zu 2 U 19 ß ............224. 4. —
46 „ Trauben, zu 2 U 18 ß ...........133. 8. —
1 Färb Tuch, zu 2 U 17 ß ............. 2. 17. —
1 Tuch T raube roh, zu 2 U 16 ß ......... 2. 16. —
170 Tuch......................501. 5. —
168 „ Bleicherlohn...............11. 4. —
6 „ weiß Trauben zu scheren ä 10 ^ und 4 ß von
einem färben............... 1. 14. —
514. 3. —
Davon gingen nach Ulm 2 Fardell (zu 45 Tuch) 90 Tuch, nachRavensburg 12 Tuch, 40 Tuche wurden zu Memmingen verkauft(30 Löwen und 10 Trauben) und daraus erlößt 123#hlr, während
1 4 vardel van Memmingen. Kuske, Kölner Handel und Verkehr, 1, 143-Ebenda auch Ulmer und Ravensburger.