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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren.' 2. 3. Kapitel. § 98. 99
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Erheblicher war der Verbrauch von Saragossa, wo Burdat guteFrage hatte, der Bourg war den Leuten zu schmal. Zeitweise war dieVersorgung so übel, daß die Kunden wegen Burdat sich anderswoHilfe suchten. 1
Die beste Verkaufstelle war Valencia, wo die Masips gleich 30Ballen kauften, 4 andere Kaufleute je 5 Ballen und mehr, an 5Kunden gingen 65 Ballen zu 1514 Val. über. Aber das Geschäft wardoch recht schwer; man war infolge der Sorglosigkeit beim An-kauf nie gleichmäßig versorgt, die am meisten bevorzugten Sortenfehlten. Bourg und Burdat waren wenig ertragreich geworden,und wenn auch die Herren schrieben, sich auf solche zu legen, dieLauf hatten, so war es doch nötig, die eine mit der anderen zu ver-treiben und dazu mit deutscher und holländischer Leinwand. Auchhier fehlt es nicht an Klagen über schlechte Ware, die die franzö-sische Konkurrenz in Macon erleichterte. Der Gewinn war schmal,die Herren überlegten sich, so viel Geld, Mühe und Arbeit hinein-zustecken, man dürfe sich nicht durch die Konkurrenz verführenlassen. „Laßt uns allein zu Nutz thun." 1503 wurden 40 Ballen,1506 71 Ballen teles senas in Valencia eingeführt. 2
In den Quellen stehen Bor da ts, burdats immer so nahe zu cane-masseria und zu Leinen, daß kein Zweifel ist, man muß sie für Leinenoder Hanfstoffe ansehen, sie, gehören zur lenceria. Häbler dachtean Katal. broder und hielt sie für gestickte Stoffe, die in Südfrank-reich seien hergestellt worden. Doch das ist sicher unrichtig, dafürwaren sie auch viel zu billig. Heute heißt im Katalanischen bordetein grober gemusterter Baumwollhemdenstoff. Burdat wurde ein-geschnitten und dazu wurde auch Bourg verwendet. 3 Ob Burdateinfach gebleichte Oanemasserie war ist mir zweifelhaft. SpanischeKaufleute führten Bordat von Montpellier und St. Flora (Dep.Cantal).*
In Italien ist Oanemasserie in deutschen Händen selten nach-zuweisen und doch war in Genua sogar der Ausschnitt erlaubt. 5
Der Handel mit der Canemasseria muß nach 1500 eingegangensein. Zwar wurden 1508 noch 3 Ballen in Aigues-Mortes beschlag-nahmt und noch immer hatte man wohl noch einen Mann in Belle-vüle, 6 aber das völlige Schweigen anderer Lyoner Berichte ist be-weisend.
Schauen wir einmal etwas weiter rückwärts. An der Hand derBücher des Dret real können wir feststellen, daß die Humpis undandere Deutsche Oanemasserie in bescheidenem Umfange schon vonvornherein in Barcelona einführten. Nimmt man Oanemasserie undBordat zusammen, so ergibt sich deutsche Einfuhr von 1425 bis1440 38 Ballen, von denen 32 sicher auf die Humpis kommen.56 Ballen des Barcelonaer Bürgers Johann von Köln gehen als
1 3, 77. 78. 118. 125. 158. 193; vgl. oben 1, 309. * 3, 7. 11. 109 f. 114. 123.129 f. 148. 179. 187. 531 f. und an weiteren Stellen. 3 3, 118. 3, 114. Vgl. die Be-merkung von Bucklin 3, 237. * 3, 118. s Oben 1, 265. • 3, 214.