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80 Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 1. Kapitel. § 95. 96
Geld zur Hand haben mußte, um den Webern Vorschüsse zumachen. Auch für Barchent galten dieselben Bestimmungen.Fremden Händlern waren Vorschüsse verboten, ja er mußte selbstoder einer seiner Knechte bei einem Wirte wohnen, um Einkäufezu machen und sich des Unterkäufers bedienen. 1
*§ 96, Andere oberschwäbische Linnen. Memminger Golschen. Leinwand vonKempten, Staufen, Wangen, Isny. Spanische Zollrechnungen. Berechnung der Ver-kaufspreise für Valencia. Überblick über die Wandlungen in der oberschwäbischenLeineweberei.
Über Memmingen haben wir eine vorzügliche Eechnung von1515 bis 1517 über Golschen. 2
Es wurden an rohen Golschen von der Zunft gekauft: « « hl
74 Stück groß „Mall" zu 5 U 1% ß = 387 U 5ß 4 U.\111 Stück klein „Mall" zu 5 U 3,7 ß = 575 U 7 ß . . j yt> ' x/# *'
Um Bargeld, Baumwolle und an Schulden:
10 Stück (3 Löwe, 4 Ochsen, 3 weiß) ....... |>53. !3. 2.
4 Stück Löwen zu4» 18ß 2 hl. (nach Barthol. gekauft) 19. 12. 8.
199 Stück 1035. 8. 2.
An weiteren Auslagen ergeben sich mit Sicherheit:
192 Stück, Bleicherlohn zu 3 ß ........... 28. 16. —
180 Stück = 6 Paß dem Mangemeister zu 9 ,3, (= 18 hl.) 13. 10. —
180 Stück = 6 Paß Zoll von 3 Golschen 7 ,3,..... 3. 10. —
„vnder dem denk" vom Paß 5 ß und 15 ,3} vom Paß
Siegelgeld ................... 2. 5. —
1083. 9. 2.
Da sich die Qualitätsbezeichnungen des Barchents, Ochs undLöwe, finden, so könnte es doch in etwa zweifelhaft sein, ob Golschennicht doch Baumwolle enthielt. Die Eechnung bietet zwei Unter-scheidungen der Golschen, die eine nach großem und kleinem Mal,die andere nach Ochsen und Löwen, jene gaben wohl die Zeichender Golschenschau, diese gehörten zur Barchentschau. Vielleichtsind diese 14 Stücke vor ihr gewesen. 6 Ballen (180 Stück) gingennach Wien, 19 Stück blieben zurück.
Außer Ravensburg wurde auch in anderen noch kleineren ober-schwäbischen Eeichsstädten Leinwand aufgekauft. Vor allem sindwir da über den Ankauf von Kemptener Leinwand ganz ausge-zeichnet unterrichtet. Es Hegen uns noch 8 Eechnungen über denAnkauf vor, der von dem Agenten der Gesellschaft Jakob Eber-hard betrieben wurde. 3 Die folgende Tabelle gibt über diesenGegenstand übersichtliche Auskunft.
1 Eben 1, 411 und erweitert 1, 454f. Hafner 111 und 134. 2 Vgl. 3, 461und oben 1, 515 ff. 3 Vgl. 3, 456—460.
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